Montag, 25. Januar 2016

Past - Present - Future

2007. Das ist so ziemlich DAS JAHR in dem für mich alles richtig los ging, was Musik betrifft.
Damals kam Anyone, Anymore  von der finnischen Band Lovex im deutschen Fernsehen – damals als auf MTV und VIVA bereits nur noch Müll lief und ich auf solche Dinger wie iMusik1 (kurz iM1) um schwenkte. Mein Glückstreffer, denn damals lief dieses Musikvideo direkt nach der Senderwahl an und … da wars eben um mich geschehen.
Nach Lovex – einer damals noch recht jungen Band – fand ich mehr Geschmack an dieser Art der Musik (rocklastig). Zwar hatte ich vorher bereits ein großes Interesse an der Band Nightwish gehabt, auf die ich durch den Song Nemo (aus dem Jahre 2004) aufmerksam geworden bin. 2005 war ich 12, 13 Jahre alt. Und nur zwei Jahre später nahm eben das „Übel“ seinen Weg.
Über Lovex, zu den alt eingesessenen Musikern von HIM (wings of a butterfly) hin zu rein finnisch singenden Gruppen wie Uniklubi mit beispielsweise: Rakkautta ja Pikkiilankaa. Finnische Musik hatte mich einfach! Irgendwann kam ich über diesem Wege hin zu der schwedischen Gruppe Death Stars - Death dies hard, darüber hinaus erneut zurück zu Rammstein (von denen ich gern Engel hörte).

Zwischenzeitlich mischte sich etwas deutscher Mittelalterrock à la Schandmaul - Walburgisnacht oder Subway to Sally Eisblumen mit ein. Aber im Groben und Ganzen blieb ich bei den düsteren, härteren und oft auch keyboardlastigen Songs von Lovex hängen (einige nennen es Glam-Rock, für mich war’s einfach schlicht und ergreifend Rock).

Und dann … kam irgendwann … diese … Überraschung.
Man nannte es neu. Man nannte es toll. Es klang nach 80er-Jahre-Musik neuaufgelegt. Und ich bin heute noch am rätseln, warum mir der Song von Anfang an so vertraut vorkam. Die Rede ist von der um 2008 bekannt gewordenen, deutschen Musikgruppe Cinema Bizarre (Forever or never), die nicht nur die Musikszene ein wenig … merkwürdig gucken ließen hier zu Lande, nein. Sie gaben auch den Medien wieder richtig Futter (positiv als auch negativ). Man hörte ihren Bandnamen oft im Zusammenhang mit Manga, Anime und vor allem im Zusammenhang mit dem Begriff „Visual Kei“ – letzteres ist ein Modestil von japanischen Rock/Metal-Bands und KEIN MUSIKGENRE! Nur für die, die es nicht wissen.
Auf jeden Fall wurde ich merkwürdigerweise ein … Fan dieser Band. Ich mochte ihre Musik – verzeiht mir! Ich war jung. Und ich habe immerhin nie Tokyo Hotel gehört (ich hab nichts gegen sie, aber man wurde auf meiner Schule damals gemobbt, wenn man sie hörte – war nicht so schick, wisst ihr?).
Na ja, und wie man das eben so als braves Fangirl im Alter von 14 Jahren macht, guckt man sich eben die Myspace-Seiten der einzelnen Bandmitglieder so an. Und ja, damals war Myspace so geil und in wie FB vor einigen Jahren noch. Auf jeden Fall war die Erscheinung von Cinema Bizarre ja schon recht auffällig, anders eben. Die Parallele zu den japanischen Bands wurde immer wieder gezogen und klein Elli war damals neugierig.
So stellte sich die Frage: Was ist D’espairs Ray? Was ist Gazette? Und warum zur Hölle wird so ein Wind um Dir en Grey und so was wie X-Japan gemacht?
Ich muss gestehen, dass ich in meinen jungen Jahren echt ein großer Freund und Fan von Japan, der Kultur und einfach allem war, was zu diesem Land gehört. Habe fleißig Animes gesehen – war so der Vorzeige-Otaku der damaligen Zeit (Betonung auf damals! Heute sieht das ja anders aus).
Auf jeden Fall geht klein Elli los – Elli hat ja schon Youtube – und gibt erstmal so die Bandnamen ein. Die erste Frage die ich mir damals stellte, original: „Was ist daran anders? Die Songs haben auch englische Titel!“ (Ja! Innerliches Klatschen für meine Wenigkeit! Denkt auch nur von der Wand bis zur Tapete!).

Wenn ich mich recht erinnere, war mein erster Song von D’espairs Ray Garnet. Fand ich damals nicht so geil. Squall hingegen hat mich dann gekrieg, zusammen mit so was wie dem ganzen Album Coll:Set. Ich muss auch gestehen, dass ich Gazette/The GazettE damals nicht so geil fand. 
Ich mochte irgendwie nur ein oder zwei Songs von denen. 

Mit X-Japan konnte ich so gar nichts anfangen und Dir en Grey (folgend einfach Diru abgekürzt), war mir zu … hart. Mein erster Song von ihnen war Saku, das hat mich doch schon recht geschockt, also schob ich die Bands beiseite, blieb bei D’espairs Ray und der ganzen oben bereits genannten Sammlung von finnischen oder schwedischen Bands. Cinema Bizarre wurde irgendwann uninteressant (gegen Mitte 2008). Ich mochte ihr neues Album nicht, mochte irgendwie … so gar nichts mehr von denen und der ganze Hype um die ging mir nur noch auf die (nicht vorhandenen) Eier. Soviel dazu. Also passiert erst einmal eine ganze Weile nichts.
Klein Elli hörte quer durch die Bank – egal was es war, Hauptsache es klang gut – alles, was sie finden konnte.

Darunter fielen dann auch irgendwann so Sachen wie Girugamesh, SuG (Oshare-Kei-Style) oder auch Alice Nine, AnCafé. Ich driftete von Finnland/Schweden ziemlich stark in die Richtung japanische Rockmusik mit süßen, popigen Elementen (meine Freunde nahmen mich zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr ernst. Vorher gings schon ein wenig in die Richtung: Hä? Aber als ich mit SuG Love Scream Party kam – da wars vollkommen vorbei mit ihrem Verständnis von Musik und gutem Geschmack).

ABER ich bekam die Kurve. Ich bekam irgendwann im 3ten Viertel 2008 die Kurve. Warum? Keine Ahnung.
Und woran ich das festmache? Ich schrieb verdammte Fanfiktions. Daran mache ich das fest. DENN: Elli fand den Weg von all diesem rosaroten-knuschel-knuffeligen Wesen des japanischen Pop-Rock kam ich zurück! Den ganzen Weg zurück und ich griff auf dem Weg so was wie Screw auf oder auch Sadie – eben so die Musiker der Szene, die eben ein wenig … dunkler waren. Ich versuchte es auch noch mal mit X-Japan und fand an einigen Songs Gefallen. Und wo endete ich letztlich auf meiner langen Reise durch das damalige Youtube und die noch recht kleine Szene des „J“-Rock? Richtig. Bei der Band, die ich am wenigsten leiden konnte: Diru.
Ich konnte sie einfach nicht ab. Und dann kam da … so … Drain Away. Dieser Song, die klaren, schönen Töne, die Singstimme des Vocals. Cage und Yokan hatten mich dann ganz und mit The Final unterzeichnete ich den Vertrag, der meine Seele an diese Band verkaufte.
Klingt kindisch? Ha! Wenn ich sage, sie haben mich öfters gerettet, ohne bei mir zu sein, lüge ich nicht einmal.
Es mag in vielen Ohren nach Emo-Gewäsch und Aufmerksamkeitsgelüsten klingen, aber ich sage die Wahrheit, wenn ich das schreibe. Oder sage. Die Texte, die ich erst später in deutscher Übersetzung lesen konnte, davor nur in Englisch, waren nicht nur musikalisch herzzerreißend unterlegt, nein. Diese Texte waren auch inhaltlich auf einer ganz anderen Ebene als das, was ich vorher kannte. So viel metaphorischer, so viel tiefer und schmerzlicher, als alles andere. Als alles, was ich bis dato gekannt hatte. Die Live-Perfomances brachten mich zum Weinen und zum Wegsehen. Aber dafür dazu, um genauer hinzuhören.
Dabei muss ich gestehen, dass mir die Texte von Bands zuvor recht egal gewesen waren. Mir war der Sinn egal, der Inhalt, einfach alles – solange die Musik gut war, war alles andere auch gut. Aber hier begann ich darüber nachzudenken. Ein wenig mehr über alles nachzudenken.
Wenn ich vorher Interesse gehabt hatte, Musik zu machen, war das nie wirkliches Interesse gewesen. Ich begann zwar mit Gitarre, aber ich wechselte das Instrument recht schnell. Aber dazu hatte ich bereits etwas geschrieben in einem anderen Post.
Ich spielte in der Schulband. Nur ein einziger Grund war dafür verantwortlich – ebenso in einem anderen Post erwähnt.
Ich erstellte 28.08.2008 meinen ersten Account auf Fanfiktion.de. Ich schrieb und las Fanfiktions über Dir en Grey (zu meiner Schande muss ich sagen, es waren meistens Slash-Fics. Ich fand sie gut. Und ich schrieb sie selbst gern, weil die Band gerade in ihrer Anfangszeit mit Fanservice für eben so etwas sorgte). Von meinem heutigen Standpunkt würde ich sagen: Die Fiktion hat ihre Berechtigung, wenn die Fans im Maß bleiben. Ich selbst schreiben sie nicht mehr, werfe nur hin und wieder einen Blick auf die von mir favorisierten Geschichten, weil ich die Entwicklung der Schreiber interessant finde (und auch ein wenig wissen will, wies eben weiter geht. Aber ich betrachte das alles aus einem recht neutralen Winkel. Nicht zuletzt wegen meines Studiums).
Aber dieses Datum war so ziemlich ein Wendepunkt in Punkto Hobby- und Lebensgestaltung.
Ich wurde vom Hobbymusiker – zum (damals schlechten) Hobby-Autor.
Es schwächelte alles um 2009 herum. Meine Treue zur (japanischen) Musik und auch zum Schreiben. Ich kam in die „Emo-Szene“. Spielte und hörte mehr von diesem Emo-Core/Metal-Core/Screamo-Zeug und zockte mit einem Kumpel öfters mal Songs dieses Genres. JRock schien langsam in weite Ferne zu rücken. So auch meine Schreibe.
Beides entfernte sich gleichzeitig ein wenig von mir.
Es ging sogar so weit, dass ich mich selbst als „Emo“ bezeichnete, Röhrenjeans und Karo-Chucks trug und dachte, ich könnte das echt durchziehen.
2010 schnitt ich mir die Haare so und auf meinem MP3-Player befand sich Musik von Black Veil Brides - Rebel Love Song und ähnlichen. Ich dachte, ich hätte auch in der Musik-Genre ein Feeling. Etwas, das mir mehr gab als nur ein gutes, nettes Hörvergnügen. Aber es blieb aus.
Ich kam zum Goth. Um ca. 2011/2012 machte man mir dann ASP schmackhaft. Ein Goth-Rock-Band aus Deutschland mit sehr, sehr dunkleren, sehr düsteren Texten in denen mehr versteckt war als man es vielleicht glauben mochte. Ich hörte wieder vermehrt Metal, überwiegend Goth und … kramte meine Leidenschaft nur langsam wieder zutage. Es dauerte. Zwar hörte ich zwischendurch immer wieder ein oder zwei Songs von Diru oder auch zu dem Punkt schon Gazette – und ich schrieb noch immer ein paar Fanfiktions, jedoch eher unmotiviert und nur comment-geil. Parallel dazu schrieb ich 2010 meine erste eigene Geschichte – die rückblickend eine reine grammatikalische und orthographische Katastrophe ist!
Mein Musikgeschmack machte in der Zeit einen krassen Wandel durch. Zwischen 2009 und 2013/2014 war es eine reine Katastrophe. Meine Schreibe war genauso mies wie mein Musikgeschmack.
Escape The Fate, BVB, SuG, Screw, Dir en Grey, Falling in Reverse, Gazette – irgendwann 2013 kam dann noch Sleaze-Rock dazu. Da sprechen wir dann von so was wie Crash Diet oder Reckless Love. Da wären wir dann wieder bei Finnland und Schweden angekommen – ihr seht: Elli blieb immer in bestimmten Regionen. Auch wenn ich zugeben muss, 80er-Größen wie Warlock, Def Leppard, W.A.S.P, White Snake und andere schon IMMER (und damit meine ich IMMER) gemocht und vergöttert habe, ist der eigene, ganz persönliche Musikgeschmack doch schon eine merkwürdige Sache an sich, nicht wahr? Wo man so im Laufe eines Lebens so hinkommt. Komisch – krank möchte man fast sagen.
2014 verlor ich mich in der Musik von Lord of the Lost (Blood for Blood). Eine hamburger Band mit düsteren, eleganten und teils auch harten Sounds und Songtexten. Die Stimme des Sängers – einmalig. Die Songtexte – amüsant und doch auch mal kritikreich. Ich mochte sie. Ich mag sie sehr gern. Lord of the Lost war die erste Band, die am 26.09.2014 in Hannover live sah. Die erste Band, bei der ich überhaupt auf einem Konzert war. Allein deswegen bedeutet es mir viel.

Letztes Jahr hatte ich dann einige Probleme.
Keine Probleme im Sinne von: Ach, das geht wieder vorbei.
Nein, es waren echte, gravierende Probleme. Und zwar fühlte ich mich die schon eine ganze Zeit mit der Wahl meines Zweitfaches an der Uni überfordert. Ich hatte Französisch an der Schule, und ich war auch gut. Sehr gut sogar. Aber die Uni ist ein anderes Level an Bildung und ich bin zu blauäugig an die ganze Sache herangegangen. Ergo: Ich fühlte mich unter Stress/unter enormen Druck gesetzt. Ich hatte Angst, den Erwartungen, die ICH AN MICH stellte, nicht gerecht werden. Ich hatte Angst, ZU VERSAGEN. Ich gab nie auf. Ich konnte nicht einfach aufgeben und dazu stehen. So war ich nicht, so werde ich nicht sein. Es ist mir peinlich zugeben zu müssen, etwas nicht zu schaffen.
Hinzukam der Tod meiner Großmutter. All das hemmte nicht nur mich, es hemmte mein einziges Hobby, das ich über all die Jahre behalten habe. Das Schreiben. Es hemmte mich so sehr, dass ich einfach nichts mehr aufs Papier bekommen hatte und unzufrieden war. Meine Betaleserin und sehr, sehr gute Freundin (ich möchte fast sagen die beste!), weiß was ich an dieser Stelle meine. Ich hatte lange Blockaden. Ich wusste nicht, ob das passt. Habe ihr teilweise mehrere Versionen eines einzigen Kapitels geschickt, nur um zu wissen, welche davon die beste ist.
Und dann kam der Punkt, an dem ich einen derartigen Zusammenbruch erlitt, dass gar nichts mehr ging. Essen ging nicht, schlafen ging nicht, Uni ging nicht. Ich begann vor Dozenten zu heulen, wenn es um die Nachbesprechung ging. Nicht, weil man mich kritisierte – damit komme ich klar. Kritik ist mir wichtig, solange sie gut verpackt und dennoch ehrlich ist. Aber ich begann zu weinen und das nicht wenig.
Das war der Punkt, an dem ich sagen musste: Gut. Bis hierhin und nicht weiter. Das war 2015 im November.

Ich meldete mich von den Veranstaltungen ab, ging in Besprechungen für Studienfachwechel und wählte im Dezember dann Englisch als Zweifach (wo ich noch immer auf die Bestätigung warte). Es wurde ein wenig besser, nachdem der erste Druck von den Schultern ist. Aber ich hatte all die Zeit auch nichts, an dem ich mich festhalten konnte. Natürlich hatte ich den Beistand meiner Eltern, besonders meiner Mutter (da ist das Verhältnis einfach ein weniger enger und knackiger) und von meinem Hasen Luna (Beta-Chan).
Aber mir fehlte etwas, an dem NUR ICH mich festhalten konnte, wenn ich allein war. So ganz allein. Nur ich für mich in meinem Zimmer – Tür zu – allein sein.
Ich hatte den Bezug langsam zum Schreiben verloren. Es kam mir alles so unrealistisch, alles so platt und falsch vor. ICH kam mir falsch vor. Einfach alles wirkte so … konstruiert, so gespielt und unecht. Darüber sprach ich ja auch schon in einem Post.
Ein neuer Job, der Spaß machte und dann … dann kam der Punkt, an dem die Prüfungen in der Uni losgingen und es mit den Gruppenarbeiten nicht klappte. Dann die eng gesetzten Abgabetermine, die mir jetzt schon im Nacken sitzen – ich habe Anfang dieses Jahres gemerkt, wie eng sich die Schlinge um den Hals einer einzigen Person legen kann.
Ich bekam ein schlechtes Gewissen – dass ich das Fach wechseln will.
Ich bekam Angst, nicht genug Zeit für irgendwas zu haben.
Ich bekam Angst, nicht zu bestehen – die Gruppenarbeiten nicht gut genug abzuliefern.
Ich bekam Angst, meine Hausarbeiten nicht rechtzeitig abgeben zu können.
Ich hatte Angst, eine schlechte Note in eben diesen Hausarbeiten zu schreiben.
Und diese Angst habe ich noch immer. Etwas nicht zu schaffen, mir selbst nicht zu gefallen. Dabei will ich nichts mehr, als MEINEN EIGENEN ERWARTUNGEN zu entsprechen.
Der nächste Break Down war da. Vor gut zwei Wochen.
Kein Hobby, keine Motivation – weder etwas zu tun, noch aus dem Bett zu gehen. Ich war müde. Unglaublich müde. Und das nicht, weil ich nicht genug schlief. Sondern weil ich … seelisch müde war.
Bis ich sagte: Gut. Dann müssen wir eben mal was ändern. Etwas muss anders laufen.
Ich schloss meine Dokumente, schob sie in einen Ordner und ließ sie dort. Sie sind noch immer da. Ich habe sie zwar einmal aufgehabt – die Geschichten, die ich geschrieben hatte – aber ich habe sie nicht mehr angerührt. Stattdessen fand ich den Weg in die Musik zurück.
Ich habe die ganze Zeit IMMER Musik gehört. Es verging kein Tag, an dem ich es nicht getan habe. Aber ich meine AKTIV Musik gehört. Die Texte wirken lassen, die Musik spüren. Spüren, wie sich Leben anfühlt.
Viel eher würde ich sagen, der Vertrag mit meiner Seele wurde mir wieder vorgehalten. Ich bin musikalisch wieder dort angekommen, wo ich vor gut fünf oder vielleicht sogar sechs Jahren eine Weggablung genommen habe. Ich höre wieder aktiv und vor allem leidenschaftlich Dir en Grey. Selbst ihre neueren Alben (besonders Dum Spiro Spero -Live at Budokan) mag ich inzwischen. Auch wenn ich zuvor Probleme gehabt habe, ihre neue Musik, ihren neuen Stil wirklich anzunehmen, fällt es mir jetzt umso leichter. Es war wie ein Gefühl von … nachhause kommen. Kennt ihr das?
Alte Erinnerungen – die man mit einem Song verbindet?
Alte Bilder, die einfach wieder hochkommen? Die einem zum lachen oder zum weinen bringen?
Genau das Gefühl hatte ich gehabt, als ich nach Jahren wieder gewollt einen ihrer Songs hörte – und zwar wirklich gewollt und nicht weil ich meinen Media-Player-Laufen ließ.
Diese Band ist und war mein Anker. Das zu erkennen, fällt oftmals schwer, aber man schafft es irgendwann.

Es dauert vielleicht noch ein bisschen, aber ich glaube, dass meine Batterien nach Abschluss der letzten Hausarbeit für dieses Semester wieder aufgeladen sein werden. Bis dahin werde ich aktiver Bass spielen (auch wenn es nur an den Wochenenden sein werden kann, bis Mitte Februar, weil ich um 20Uhr abends auch nicht mehr kann. Nicht nach 12 Stunden Uni). Aber ich brauche das. Eine Ablenkung von allem. Von allem, was vorher so … normal für mich gewesen ist. Ein Schnitt. Ein einfacher Schnitt vom alten Leben.
Vielleicht habe ich deswegen meine Haare auch gekürzt. Um ein ganzes Stück. Ich hab mal gehört, dass es in Asien (ich glaube sogar in Japan) ein Symbol ist, wenn Frauen sich die Haare kurz schnitten. Ein neuer Lebensabschnitt. Ich weiß nicht, ob das noch aktuell ist. Aber für mich fühlt es sich so. Als sei ich ab HEUTE in der Lage, ein neues Kapitel in MEINEM LEBEN aufzuschlagen. Aufzuatmen, etwas Neues zu beginnen und voll durchzustarten. Es fühlt sich an, als sei alles, was zu mir zurückkam, ein Zeichen gewesen, dass ich den Weg damals nicht hätte verlassen dürfen. Aber ich habe die Kurve gekriegt und werde hoffentlich mein Leben auch wieder auf die Reihe bekommen.

Jetzt fragt ihr euch sicherlich: Was will die Alte eigentlich von mir? Warum schreib sie so einen belanglosen Bullshit?
Auch noch aktuell ca. 3.000 Worte über diesen Bullshit?

Ganz einfach: Jeder hat seine Geschichte. Und auch wenn sich vielleicht niemand für die meine interessiert, möchte ich sie einfach aufschreiben. Ich möchte euch zeigen, wie ich zum aktiven Schreiben gekommen bin. Durch Fanfiktions über Dir en Grey (sorry an dieser Stelle! Wirklich. Aber … ich hatte eine große Schwäche für Kyo/Die, Kyo/Toshiya und Toshiya/Die). Vorbei sind diese Zeiten. Wenn dann schreibe ich nur noch Fanfiks über fiktive Personen, weil ich finde es persönlich für mich nicht mehr vertretbar, reale Personen zu shippen, in Slash-Fics zu stecken oder sonst irgendwas damit zu machen. Nennt mich erwachsen und verklemmt an dieser Stelle, aber ich denke immer so: Will ich das später? Will ich in einer Zwangs-Beziehung zu einer Frau dargestellt werden, wenn ich bekennend grey-sexuell hetero bin?

Aber an einem bestimmten Punkt im Leben erkennt man den Dreh- und Angelpunkt, an dem so vieles festhängt. Auch wenn man es zuvor nicht sehen konnte oder sehen wollte oder aus den Augen verloren hat.
Meiner war eben diese Band. Diese eine, möglicherweise in vielen Augen schlechte Band. Aber für mich ist sie mehr. Ein Anker.
Und gerade Kyo (auch wenn ihn viele als irren, aufmerksamkeitsgeilen Satansanbeter darstellen) ist jemand, der mehr als ein einfacher Sänger ist. Jemand, der trotz seiner miesen, dunklen Weltanschauung (die man eigentlich nur teilen kann), noch immer scheinbar offen und ehrlich lächelt. Jemand, der körperlich so klein ist, ein derart großes Ego besitzen kann. Und auch wenn ich es bisher noch nie auf ein Konzert geschafft habe, ist die Aura dieses Mannes selbst in der DVD-Version eines Lives nahezu greifbar/spürbar.
Ich gehe nicht zu weit, wenn ich sage, dass dieser Mann ein wahres Vorbild sein kann. Jemand, den man gern auch persönlich kennen würde (auch wenn man nie die Chance dazu bekommen wird).
Und auch der Rest der Band – sie sind musikalisch zum niederknien. Die Gitarrensolos – herzzerreißend, kraftvoll – eine eigene Sprache.
Der Drummer – ein Genie. Es gibt in meinen Augen nur wenige, die Live genauso gut spielen können wie in der Studioaufnahme. Vor allem mit einem derart großen Drumset. Und der Bassist? Er gibt dem „Bassisten spielen doch eh nur eine leere Saite!“ eine völlig neue Bedeutung. Auch wenn mein ehemaliger Schulband-Bassist (dessen Platz ich einnahm, als er der Leadgitarrist wurde), konnte nicht so derartige Solos, ganze Bass-Riffs hinlegen. Dabei war dieser jemand schon ein Maßstab, an dem ich mich hab messen wollen. Aber Toshiya setzte die Latte noch eine ganze Ecke höher. Seitdem habe ich auch einen größeren Anspruch an Bass-Lines in einem Song oder besser gesagt ein besseres Gehör, eine größere Aufmerksamkeit für eben derart komplexe Bass-Lines. Gibt’s selten.

Aber um auf den Punkt zu kommen:
Manchmal merkt man erst hinterher, wenn man es aus den Augen verloren hat, wie viel eine so scheinbar kleine Sache für jemanden bedeuten kann. Was diese kleine Sache ausmacht, wenn sie nicht mehr da ist.
Ich lasse mich gern von Diru inspirieren und von ihrer Musik verspülen. Einfach nur … gleiten lassen, während der Geist an eine andere Stelle schwebt und … Zeit für sich findet.
Jeder hat so etwas.
Was treibt euch an? Was hat euch zu dem gemacht, was ihr nun seid?
Meine Geschichte kennt ihr langsam und es wäre schön, wenn gerade meine treuen Leser aus dem Bereich der Fanfiktion irgendwann den Weg zu meinen Originalen finden könnten, denn das ist das, was mir am Herzen liegt.
Mit meinen Sachen überzeugen. Mit dem, was MICH ausmacht. Und nicht wegen etwas gemocht zu werden, das ich mir nur ausgeliehen habe.
Meine Charaktere haben alle etwas von mir. Levi und Eren sind nur geliehene Figuren aus einem Anime, der gehyped und langweilig wird.
Das was ICH mache ist MIR wichtig. Und ich möchte damit überzeugen.


Danke.

Sonntag, 10. Januar 2016

Me, myself and I

Kennt ihr das Gefühl, dass man einfach nicht weiß, wer man ist? Dass man seit Jahrzehnten versucht sich selbst zu finden und bisher auf diesem Weg die ganze Zeit gescheitert ist?
Irgendwann im Leben entscheiden sich die meisten Leute dafür normal oder anders zu sein. Was das jeweils bedeutet, lässt sich hier schwer definieren, denn es ist für jeden etwas anderes. Für mich bedeutet normal in diesem Zusammenhang jedoch, dass man sich der großen Masse anschließt. Man trägt, was die Mode vorschreibt; man hört, was die Charts vorgeben; man fährt das Auto, das gerade rausgekommen und somit von allen als toll angesehen wird. Anders definiere ich hier für meine Zwecke als Normabweichend, als alle, was gegen das geht, was gerade IN oder AKZEPTABEL ist, wenn man von der Sicht der gesamten Gesellschaft angeht.
Leute, die sich als normal ansehen, sich nicht großartig abheben, haben ihren Weg gefunden. Die Anderen jedoch auch.
Und ich für meinen Teil, kann davon sprechen, dass ich mich verloren fühle zwischen diesen beiden Gruppen. Ich will anders sein, weil mir die Norm nicht passt. Ich fühle mich mit der Norm-Mode von H&M, C&A, Madonna und wie sie alle heißen, nicht wohl. Ich höre die Musik nicht gern, die in den Charts läuft, weil mir davon nichts aus der Seele spricht. Und das ist für mich enorm wichtig, dass die Musik meine Seele berührt. Ich fahre kein neues Auto, ich fahre einen 87er VW Scirocco in Paprikarot und heize mit dröhnenden Boxen durch eine Kleinstadt, in der beinahe nur Kurgäste, Rentner und verklemmte, freiwillige Langzeitarbeitslose herumlaufen und von denen man bei jedem Schritt, den man tut, einen merkwürdigen Blick bekommt.
Ich lebe und sterbe in Schwarz. Ich höre Metal, höre Goth – und das mit Leidenschaft. Viele andere tun das nicht. Ich fühle mich nicht wohl, wenn ich daran denken muss, nächste Woche Freitag in einen Durchschnittsclub zu gehen, in dem Durchschnittsmusik läuft und in dem Durchschnittsmenschen tanzen und saufen – wenn nur 3 Kilometer entfernt eine Gothdisco ist (von der ich jedoch nicht mehr heimkommen würde – nachts um halb 3, weil das Ding *ne Stunde von meinem Zuhause entfernt liegt. Und die Taxirechnung bezahl erstmal).
Aber auch wenn mir das alles nicht liegt, ich mich mit dem Normalen der Welt nicht wohlfühle, bin ich noch lange nicht anders.
Ich habe das Problem, mit nicht selbst finden zu können. Ich würde gern den Mut, das Selbstbewusstsein von einigen Menschen der sogenannten schwarzen Szene besitzen. Würde gern mit Plateaustiefeln zur Uni, würde gern irre und ausgefallen herumlaufen, aber ich habe das Gefühl, als könnte ich das stille Urteil der anderen, meiner Kommilitonen, der anderen Leute im Bus und einfach eines JEDEN in deren Augen sehen.
Ich weiß nicht, wer ich bin. Oder wer ich sein will. Oder wohin ich will. Ich stecke in meinen schlichten, schwarzen Skinny-Jeans, meinen schwarzen Tshirts und den Hoodies fest, ohne mich … mehr zu trauen. Ich hätte so gern die Haare anders – aber ich arbeite neben der Uni im Büro. In einem Büro, in dem mich die Mandanten bereits wegen meines schwarzen Outfits merkwürdig ansehen (auch wenn mein Chef es völlig unkommentiert und gelassen hinnimmt).
Ich hätte so gern einen ausgefallenen Kleidungsstil, würde so gern mehr auffallen als es schwarze Haare und schwarze Kleidung tun. Ich will mit etwas beweisen können, dass ich nicht bin wie andere. Und doch … schaffe ich es nicht. Und es zerreist mich teilweise im Inneren. Es entsteht einfach so ein Druck im Inneren, wenn man den Weg ZU SICH SELBST nicht finden kann.
Ich stelle mir immer sooft die Fragen:

Wer bin ich?
Warum bin ich so, wie ich bin?
Warum kann ich nicht anders sein?
Wo will ich hin?
Und mit wem will ich dahin?
Will ich aber wirklich dort bleiben oder will ich mehr?

Ich habe einfach keine Ahnung… Ich weiß nur, dass ich einen festen Berufswunsch habe. Mehr weiß ich nicht. Und es macht mich innerlich beinahe kaputt.
Ich weiß nicht, ob ich mit diesen Ansichten eine der wenigen bin, aber ich muss es einfach auf irgendeinem Wege mal loswerden und dieser Blog, diese Ecke des Internets scheint mir der einfachste Weg zu sein.

Ich habe vor wenigen Tagen wieder mit Bass spielen angefangen. Warum? Ich weiß es nicht so genau. Ich hatte vor gut sechs oder sieben Jahren den Wunsch gehabt, Musiker zu sein. Und immer, wenn ich ein gutes Live von einer Band gesehen habe, die ich mag, stellte ich mir vor, wie es ist, auch mal auf so einer Bühne zu stehen. Und dieses Gefühl ist nie gewichen. Ich habe Romane über und mit Musikern geschrieben und mir immer wieder vorgestellt, wie es war, selbst man auf der Bühne (und wenn es nur eine kleine war) zu stehen und in eine Menge von Gesichtern zu sehen. Nur leider habe ich dies schnell aufgegeben, als es hieß, ich mache Abitur. Das Abi ist nicht so einfach, wie viele glauben und irgendwas musste eben gekürzt werden – so gab ich das Bassspielen auf, um noch etwas Zeit für meine Romane zu haben. Eine Entscheidung, die ich zurückblickend etwas bereue, denn hätte ich das Schreiben für eine Weile aufgegeben, wäre ich jetzt ein recht passabler Bassist, der vielleicht eine feste Band hätte. Doch so bin ich nur ein Laie, jemand der mal gerade zwei Saiten anschlagen kann, ohne sich die Finger zu brechen und der Weg zur Perfektion wird lang und schwer werden. Weil ich auch jetzt während der Uni wenig Zeit habe, um zu üben und zu Proben.
Dabei weiß ich nicht einmal so genau, warum ich wieder hier gelandet bin, wo ich bin. Wie gesagt, weiß ich nicht, warum ich viele Dinge tue. Sie passieren mir quasi einfach und ich habe mich diesen zu beugen.
Ich weiß nur, dass ich auf Youtube das neue Album (Dogma heißt es) von The Gazette gehört habe und von da irgendwie zurück zu der Band kam, die ich mit 14/15 vergöttert hatte: Dir en grey. Beides sagt einigen vielleicht etwas.
Schon früher hatte ich irgendein Instrument spielen wollen, begann oft mit Gitarre und hörte ebenso oft damit wieder auf. Bis ich auf den Bass stieß und vor allem passierte dies vorrangig durch das unüberhörbar gute und vor allem auch durchscheinende Spiel des Bassisten der Band (Toshiya) – auch den sollten einige vielleicht kennen, wenn sie aus der Visual Kei-Sparte kommen. Auf jeden Fall wollte ich wie gesagt, immer Musiker sein, aber ab dem einen Moment, in dem ich sein Bassspiel wirklich wahrgenommen habe, die Solos oder die ohnehin sehr komplexen und nicht zu verachteten Basslines – da wusste ich, dass Gitarre vielleicht ganz nett ist, der Bass jedoch das meine sein sollte.
Ich spielte in der Schulband, versuchte mit Hängen und Würgen an sein (Toshiyas) Spiel heranzureichen und dann kam eben Abi und alles war dahin.
Ich versuchte weitergehend meine Schreibe zu verbessern, wollte so sein wie J.K Rowling (Harry Potter) oder andere, große Autoren/innen und … scheiterte. Fanfiktions schreiben ist nicht das Maß aller Dinge – auch wenn es gut läuft, aber es ist nicht meine Bestimmung. Ich glaubte, das Schreiben von eigenen, richtigen Romanen wäre meine Bestimmung. Aber letztlich … stelle ich fest, dass auch das mich nicht mehr so mit Freude und Spaß erfüllt, wie es einst der Fall war. Dabei schreibe ich nicht einmal mehr, um etwas zu verlegen oder dergleichen. Das war zu Beginn des letzten Jahres (2015) der Fall gewesen. Ich wollte unbedingt meine Bücher verlegen – aber die Absagen gaben mir einen Dämpfer, sodass ich einsehen musste, noch nicht gut genug zu sein. Also schrieb ich weiter. Ich schrieb und schrieb und … stehe jetzt vor einer Wand, an der ich mich frage: Warum habe ich das all die Jahre gemacht, wenn es mir nunmehr nicht die Freude bringt, wie es einst der Fall war?
Und da ich den Weg zurück zu meinen musikalischen Wurzeln gefunden habe, erneut von Dir en Grey, ihrem neuen Album und den alten Songs so eingenommen bin, wie ich es damals mit 14/15 war, kehrte auch der Wunsch von damals zurück. Mein Bass steht immerhin noch in meinem Zimmer, ist nun gestimmt und bereits wieder gespielt worden und zum ersten Mal seit mehreren Jahren spürte ich wieder, dass mir etwas wirklich Spaß macht. Auch wenn ich bisher nur leichte Songs spiele, um wieder in die Musik einsteigen zu können, gibt es mir irgendwie ein besseres Gefühl als … hunderte von Seiten zu füllen.
Dabei weiß ich nicht, wie langlebig dies sein wird. Ich hoffe zwar, dass es mich ab nun endlich mein Leben lang begleiten kann, aber man weiß ja nie.
Aber hier haben wir meinen unsicheren Weg wieder. Ich weiß nichts.
Ich weiß nur, dass ich momentan versuche eine kreative Leere und einen Zustand der absoluten Unzufriedenheit mit mir und meinem Leben, mit etwas zu füllen, von dem ich weiß, dass es mir Spaß bereit und von dem ich auch weiß, dass es mich weiterbringen kann. Bei der Musik hört und spürt man die Fortschritte. Bei den Romanen … kommt es mir so vor, als stünde ich seit Jahren auf ein und derselben Stelle, nur dass meine Rechtschreibung (auch bedingt durch mein Studium der Germanistik) besser geworden ist. Aber sonst weiß ich nicht, wohin mich irgendwas davon bringen wird.
Ich … weiß nicht, ob ich Musiker oder Autor sein will. Ich weiß nicht, ob ich weiterhin in dieser Schwebe gefangen sein will. Bisher habe ich immer versucht mich an berühmten Personen zu orientieren – etwas mehr Marilyn Manson, etwas mehr Morticia Addams, etwas mehr  … ANDERS. Und letztlich ende ich doch wieder da, wo ich nun bin. Auf derselben, langweiligen Stufe, während ich andere bewundere, dass sie den Mut zum Anderssein auch wirklich haben.
Denn da stellt sich auch die Frage: Werde ich je den Mut haben, wieder auf eine Bühne zu gehen?
Oder werde ich je den Mut haben, eine Lesung eines Buchs vorzunehmen?
Und wenn ja, will ich das so, wie ich jetzt bin? Oder will ich das auffällig und … mehr ich? Aber – wer bin ich?
Ich will so gern den Weg zu meinen inneren Ich finden, ohne dass ich dabei jemanden nacheifere. Ohne, dass ich jemandes Stil kopiere, dessen Frisur, dessen Schreibstil oder dessen Art, das Instrument zu spielen. Nur warum fällt es einigen so einfach und anderen (wie mir zB), so schwer, man selbst zu sein? Und warum kann ich nicht wie andere, normale Menschen, einfach mit dem zufrieden sein, was man … eben hat?
Dabei hatte ich zu Beginn dieses Jahres beschlossen, dass alles anders wird. Ich wollte, dass dieses Jahr MEIN Jahr wird. Und nun sehe ich es bereits genauso weiter verlaufen, wie 2015 geendet hatte. Es ist so frustrierend und beängstigend zugleich, denn dieses „Ich lass mich trieben“, wie ich es die letzten Jahre gemacht habe, macht mir Angst. Ich will einfach nur endlich MEINEN WEG finden, MEINEN STIL und MEIN ICH. Ich will endlich MICH finden. Und ich will sagen können, DAS BIN ICH. ICH und NIEMAND sonst. Ich will für MICH etwas Besonderes sein, nicht für jemand anderes. Und irgendwie fehlt mir dieses Gefühl, egal was ich tue und versuche. Zwar bleibt mir nichts über, als weiterhin einen Weg zu suchen, auf den ich meinen Namen schreiben kann, aber das wird noch lange dauern. Ich berichte mehr darüber, wenn ich meinen Weg gefunden habe.

Aber wenn ich mir eines von Herzen wünsche, dann ist es, dass die Menschen, die jetzt in meinem Leben sind, diesen Weg mit mir gehen werden. Denn ich habe 2015 Menschen kennengelernt, die ich auch in 2016 und all den anderen Jahren nicht missen will. Und ich hoffe wirklich tief in mir, dass diese Menschen auch meinen eventuell neu gefundenen Lebensweg weiter mit mir gehen.