2007. Das ist so ziemlich DAS JAHR in dem für mich alles
richtig los ging, was Musik betrifft.
Damals kam Anyone, Anymore von der finnischen Band Lovex im deutschen Fernsehen – damals
als auf MTV und VIVA bereits nur noch Müll lief und ich auf solche Dinger wie
iMusik1 (kurz iM1) um schwenkte. Mein Glückstreffer, denn damals lief dieses
Musikvideo direkt nach der Senderwahl an und … da wars eben um mich geschehen.
Nach Lovex – einer
damals noch recht jungen Band – fand ich mehr Geschmack an dieser Art der Musik
(rocklastig). Zwar hatte ich vorher bereits ein großes Interesse an der Band Nightwish gehabt, auf die ich durch den
Song Nemo (aus dem Jahre 2004)
aufmerksam geworden bin. 2005 war ich 12, 13 Jahre alt. Und nur zwei Jahre
später nahm eben das „Übel“ seinen Weg.
Über Lovex, zu den
alt eingesessenen Musikern von HIM (wings of a butterfly)
hin zu rein finnisch singenden Gruppen wie Uniklubi mit beispielsweise: Rakkautta ja Pikkiilankaa.
Finnische Musik hatte mich einfach! Irgendwann kam ich über diesem Wege hin zu
der schwedischen Gruppe Death Stars - Death dies hard,
darüber hinaus erneut zurück zu Rammstein
(von denen ich gern Engel hörte).
Zwischenzeitlich mischte sich etwas deutscher
Mittelalterrock à la Schandmaul - Walburgisnacht oder Subway to Sally Eisblumen mit ein. Aber im Groben
und Ganzen blieb ich bei den düsteren, härteren und oft auch keyboardlastigen
Songs von Lovex hängen (einige nennen
es Glam-Rock, für mich war’s einfach schlicht und ergreifend Rock).
Und dann … kam irgendwann … diese … Überraschung.
Man nannte es neu. Man nannte es toll. Es klang nach
80er-Jahre-Musik neuaufgelegt. Und ich bin heute noch am rätseln, warum mir der
Song von Anfang an so vertraut vorkam. Die Rede ist von der um 2008 bekannt
gewordenen, deutschen Musikgruppe Cinema
Bizarre (Forever or never), die nicht nur die Musikszene ein wenig … merkwürdig gucken ließen
hier zu Lande, nein. Sie gaben auch den Medien wieder richtig Futter (positiv
als auch negativ). Man hörte ihren Bandnamen oft im Zusammenhang mit Manga,
Anime und vor allem im Zusammenhang mit dem Begriff „Visual Kei“ – letzteres
ist ein Modestil von japanischen Rock/Metal-Bands und KEIN MUSIKGENRE! Nur für
die, die es nicht wissen.
Auf jeden Fall wurde ich merkwürdigerweise ein … Fan dieser
Band. Ich mochte ihre Musik – verzeiht mir! Ich war jung. Und ich habe immerhin
nie Tokyo Hotel gehört (ich hab nichts gegen sie, aber man wurde auf meiner
Schule damals gemobbt, wenn man sie hörte – war nicht so schick, wisst ihr?).
Na ja, und wie man das eben so als braves Fangirl im Alter
von 14 Jahren macht, guckt man sich eben die Myspace-Seiten der einzelnen
Bandmitglieder so an. Und ja, damals war Myspace so geil und in wie FB vor
einigen Jahren noch. Auf jeden Fall war die Erscheinung von Cinema Bizarre ja schon recht auffällig,
anders eben. Die Parallele zu den japanischen Bands wurde immer wieder gezogen
und klein Elli war damals neugierig.
So stellte sich die Frage: Was ist D’espairs Ray? Was ist Gazette? Und warum zur Hölle wird so ein Wind um
Dir en Grey und so was wie X-Japan gemacht?
Ich muss gestehen, dass ich in meinen jungen Jahren echt ein
großer Freund und Fan von Japan, der Kultur und einfach allem war, was zu
diesem Land gehört. Habe fleißig Animes gesehen – war so der Vorzeige-Otaku der
damaligen Zeit (Betonung auf damals! Heute sieht das ja anders aus).
Auf jeden Fall geht klein Elli los – Elli hat ja schon
Youtube – und gibt erstmal so die Bandnamen ein. Die erste Frage die ich mir
damals stellte, original: „Was ist daran anders? Die Songs haben auch englische
Titel!“ (Ja! Innerliches Klatschen für meine Wenigkeit! Denkt auch nur von der
Wand bis zur Tapete!).
Wenn ich mich recht erinnere, war mein erster Song von D’espairs Ray Garnet. Fand ich damals
nicht so geil. Squall hingegen hat
mich dann gekrieg, zusammen mit so was wie dem ganzen Album Coll:Set. Ich muss auch gestehen, dass
ich Gazette/The GazettE damals nicht so geil fand.
Ich mochte irgendwie nur ein oder zwei Songs von denen.
Mit X-Japan konnte ich so gar nichts anfangen und Dir en Grey (folgend einfach Diru abgekürzt), war mir zu … hart. Mein erster Song von ihnen war Saku, das hat mich doch schon recht geschockt, also schob ich die Bands beiseite, blieb bei D’espairs Ray und der ganzen oben bereits genannten Sammlung von finnischen oder schwedischen Bands. Cinema Bizarre wurde irgendwann uninteressant (gegen Mitte 2008). Ich mochte ihr neues Album nicht, mochte irgendwie … so gar nichts mehr von denen und der ganze Hype um die ging mir nur noch auf die (nicht vorhandenen) Eier. Soviel dazu. Also passiert erst einmal eine ganze Weile nichts.
Ich mochte irgendwie nur ein oder zwei Songs von denen.
Mit X-Japan konnte ich so gar nichts anfangen und Dir en Grey (folgend einfach Diru abgekürzt), war mir zu … hart. Mein erster Song von ihnen war Saku, das hat mich doch schon recht geschockt, also schob ich die Bands beiseite, blieb bei D’espairs Ray und der ganzen oben bereits genannten Sammlung von finnischen oder schwedischen Bands. Cinema Bizarre wurde irgendwann uninteressant (gegen Mitte 2008). Ich mochte ihr neues Album nicht, mochte irgendwie … so gar nichts mehr von denen und der ganze Hype um die ging mir nur noch auf die (nicht vorhandenen) Eier. Soviel dazu. Also passiert erst einmal eine ganze Weile nichts.
Klein Elli hörte quer durch die Bank – egal was es war,
Hauptsache es klang gut – alles, was sie finden konnte.
Darunter fielen dann auch irgendwann so Sachen wie Girugamesh, SuG (Oshare-Kei-Style) oder auch Alice Nine, AnCafé. Ich driftete von Finnland/Schweden ziemlich stark in die
Richtung japanische Rockmusik mit süßen, popigen Elementen (meine Freunde
nahmen mich zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr ernst. Vorher gings schon ein
wenig in die Richtung: Hä? Aber als ich mit SuG Love Scream Party kam – da wars vollkommen vorbei
mit ihrem Verständnis von Musik und gutem Geschmack).
ABER ich bekam die Kurve. Ich bekam irgendwann im 3ten
Viertel 2008 die Kurve. Warum? Keine Ahnung.
Und woran ich das festmache? Ich schrieb verdammte
Fanfiktions. Daran mache ich das fest. DENN: Elli fand den Weg von all diesem
rosaroten-knuschel-knuffeligen Wesen des japanischen Pop-Rock kam ich zurück!
Den ganzen Weg zurück und ich griff auf dem Weg so was wie Screw auf oder auch Sadie
– eben so die Musiker der Szene, die eben ein wenig … dunkler waren. Ich
versuchte es auch noch mal mit X-Japan und fand an einigen Songs Gefallen. Und
wo endete ich letztlich auf meiner langen Reise durch das damalige Youtube und
die noch recht kleine Szene des „J“-Rock? Richtig. Bei der Band, die ich am
wenigsten leiden konnte: Diru.
Ich konnte sie einfach nicht ab. Und dann kam da … so … Drain Away. Dieser Song, die klaren,
schönen Töne, die Singstimme des Vocals. Cage und Yokan hatten mich dann ganz und
mit The Final unterzeichnete ich den
Vertrag, der meine Seele an diese Band verkaufte.
Klingt kindisch? Ha! Wenn ich sage, sie haben mich öfters
gerettet, ohne bei mir zu sein, lüge ich nicht einmal.
Es mag in vielen Ohren nach Emo-Gewäsch und
Aufmerksamkeitsgelüsten klingen, aber ich sage die Wahrheit, wenn ich das
schreibe. Oder sage. Die Texte, die ich erst später in deutscher Übersetzung
lesen konnte, davor nur in Englisch, waren nicht nur musikalisch herzzerreißend
unterlegt, nein. Diese Texte waren auch inhaltlich auf einer ganz anderen Ebene
als das, was ich vorher kannte. So viel metaphorischer, so viel tiefer und schmerzlicher,
als alles andere. Als alles, was ich bis dato gekannt hatte. Die
Live-Perfomances brachten mich zum Weinen und zum Wegsehen. Aber dafür dazu, um
genauer hinzuhören.
Dabei muss ich gestehen, dass mir die Texte von Bands zuvor
recht egal gewesen waren. Mir war der Sinn egal, der Inhalt, einfach alles –
solange die Musik gut war, war alles andere auch gut. Aber hier begann ich
darüber nachzudenken. Ein wenig mehr über alles nachzudenken.
Wenn ich vorher Interesse gehabt hatte, Musik zu machen, war
das nie wirkliches Interesse gewesen. Ich begann zwar mit Gitarre, aber ich
wechselte das Instrument recht schnell. Aber dazu hatte ich bereits etwas
geschrieben in einem anderen Post.
Ich spielte in der Schulband. Nur ein einziger Grund war
dafür verantwortlich – ebenso in einem anderen Post erwähnt.
Ich erstellte 28.08.2008 meinen ersten Account auf
Fanfiktion.de. Ich schrieb und las Fanfiktions über Dir en Grey (zu meiner
Schande muss ich sagen, es waren meistens Slash-Fics. Ich fand sie gut. Und ich
schrieb sie selbst gern, weil die Band gerade in ihrer Anfangszeit mit
Fanservice für eben so etwas sorgte). Von meinem heutigen Standpunkt würde ich
sagen: Die Fiktion hat ihre Berechtigung, wenn die Fans im Maß bleiben. Ich
selbst schreiben sie nicht mehr, werfe nur hin und wieder einen Blick auf die
von mir favorisierten Geschichten, weil ich die Entwicklung der Schreiber
interessant finde (und auch ein wenig wissen will, wies eben weiter geht. Aber
ich betrachte das alles aus einem recht neutralen Winkel. Nicht zuletzt wegen
meines Studiums).
Aber dieses Datum war so ziemlich ein Wendepunkt in Punkto
Hobby- und Lebensgestaltung.
Ich wurde vom Hobbymusiker – zum (damals schlechten)
Hobby-Autor.
Es schwächelte alles um 2009 herum. Meine Treue zur (japanischen)
Musik und auch zum Schreiben. Ich kam in die „Emo-Szene“. Spielte und hörte
mehr von diesem Emo-Core/Metal-Core/Screamo-Zeug und zockte mit einem Kumpel
öfters mal Songs dieses Genres. JRock schien langsam in weite Ferne zu rücken.
So auch meine Schreibe.
Beides entfernte sich gleichzeitig ein wenig von mir.
Es ging sogar so weit, dass ich mich selbst als „Emo“
bezeichnete, Röhrenjeans und Karo-Chucks trug und dachte, ich könnte das echt
durchziehen.
2010 schnitt ich mir die Haare so und auf meinem MP3-Player
befand sich Musik von Black Veil Brides - Rebel Love Song und
ähnlichen. Ich dachte, ich hätte auch in der Musik-Genre ein Feeling. Etwas,
das mir mehr gab als nur ein gutes, nettes Hörvergnügen. Aber es blieb aus.
Ich kam zum Goth. Um ca. 2011/2012 machte man mir dann ASP schmackhaft. Ein Goth-Rock-Band aus
Deutschland mit sehr, sehr dunkleren, sehr düsteren Texten in denen mehr
versteckt war als man es vielleicht glauben mochte. Ich hörte wieder vermehrt
Metal, überwiegend Goth und … kramte meine Leidenschaft nur langsam wieder
zutage. Es dauerte. Zwar hörte ich zwischendurch immer wieder ein oder zwei
Songs von Diru oder auch zu dem Punkt schon Gazette – und ich schrieb noch
immer ein paar Fanfiktions, jedoch eher unmotiviert und nur comment-geil.
Parallel dazu schrieb ich 2010 meine erste eigene Geschichte – die rückblickend
eine reine grammatikalische und orthographische Katastrophe ist!
Mein Musikgeschmack machte in der Zeit einen krassen Wandel
durch. Zwischen 2009 und 2013/2014 war es eine reine Katastrophe. Meine
Schreibe war genauso mies wie mein Musikgeschmack.
Escape The Fate, BVB,
SuG, Screw, Dir en Grey, Falling in Reverse, Gazette – irgendwann 2013 kam
dann noch Sleaze-Rock dazu. Da sprechen wir dann von so was wie Crash Diet oder Reckless Love. Da wären
wir dann wieder bei Finnland und Schweden angekommen – ihr seht: Elli blieb
immer in bestimmten Regionen. Auch wenn ich zugeben muss, 80er-Größen wie Warlock, Def Leppard, W.A.S.P, White
Snake und andere schon IMMER (und damit meine ich IMMER) gemocht und
vergöttert habe, ist der eigene, ganz persönliche Musikgeschmack doch schon
eine merkwürdige Sache an sich, nicht wahr? Wo man so im Laufe eines Lebens so
hinkommt. Komisch – krank möchte man fast sagen.
2014 verlor ich mich in der Musik von Lord of the Lost (Blood for Blood). Eine hamburger Band mit düsteren, eleganten und
teils auch harten Sounds und Songtexten. Die Stimme des Sängers – einmalig. Die
Songtexte – amüsant und doch auch mal kritikreich. Ich mochte sie. Ich mag sie
sehr gern. Lord of the Lost war die erste
Band, die am 26.09.2014 in Hannover live sah. Die erste Band, bei der ich
überhaupt auf einem Konzert war. Allein deswegen bedeutet es mir viel.
Letztes Jahr hatte ich dann einige Probleme.
Keine Probleme im Sinne von: Ach, das geht wieder vorbei.
Nein, es waren echte, gravierende Probleme. Und zwar fühlte
ich mich die schon eine ganze Zeit mit der Wahl meines Zweitfaches an der Uni
überfordert. Ich hatte Französisch an der Schule, und ich war auch gut. Sehr
gut sogar. Aber die Uni ist ein anderes Level an Bildung und ich bin zu
blauäugig an die ganze Sache herangegangen. Ergo: Ich fühlte mich unter
Stress/unter enormen Druck gesetzt. Ich hatte Angst, den Erwartungen, die ICH
AN MICH stellte, nicht gerecht werden. Ich hatte Angst, ZU VERSAGEN. Ich gab nie
auf. Ich konnte nicht einfach aufgeben und dazu stehen. So war ich nicht, so
werde ich nicht sein. Es ist mir peinlich zugeben zu müssen, etwas nicht zu
schaffen.
Hinzukam der Tod meiner Großmutter. All das hemmte nicht nur
mich, es hemmte mein einziges Hobby, das ich über all die Jahre behalten habe.
Das Schreiben. Es hemmte mich so sehr, dass ich einfach nichts mehr aufs Papier
bekommen hatte und unzufrieden war. Meine Betaleserin und sehr, sehr gute
Freundin (ich möchte fast sagen die beste!), weiß was ich an dieser Stelle
meine. Ich hatte lange Blockaden. Ich wusste nicht, ob das passt. Habe ihr
teilweise mehrere Versionen eines einzigen Kapitels geschickt, nur um zu
wissen, welche davon die beste ist.
Und dann kam der Punkt, an dem ich einen derartigen
Zusammenbruch erlitt, dass gar nichts mehr ging. Essen ging nicht, schlafen
ging nicht, Uni ging nicht. Ich begann vor Dozenten zu heulen, wenn es um die
Nachbesprechung ging. Nicht, weil man mich kritisierte – damit komme ich klar.
Kritik ist mir wichtig, solange sie gut verpackt und dennoch ehrlich ist. Aber
ich begann zu weinen und das nicht wenig.
Das war der Punkt, an dem ich sagen musste: Gut. Bis hierhin
und nicht weiter. Das war 2015 im November.
Ich meldete mich von den Veranstaltungen ab, ging in
Besprechungen für Studienfachwechel und wählte im Dezember dann Englisch als
Zweifach (wo ich noch immer auf die Bestätigung warte). Es wurde ein wenig
besser, nachdem der erste Druck von den Schultern ist. Aber ich hatte all die
Zeit auch nichts, an dem ich mich festhalten konnte. Natürlich hatte ich den
Beistand meiner Eltern, besonders meiner Mutter (da ist das Verhältnis einfach
ein weniger enger und knackiger) und von meinem Hasen Luna (Beta-Chan).
Aber mir fehlte etwas, an dem NUR ICH mich festhalten
konnte, wenn ich allein war. So ganz allein. Nur ich für mich in meinem Zimmer
– Tür zu – allein sein.
Ich hatte den Bezug langsam zum Schreiben verloren. Es kam
mir alles so unrealistisch, alles so platt und falsch vor. ICH kam mir falsch
vor. Einfach alles wirkte so … konstruiert, so gespielt und unecht. Darüber
sprach ich ja auch schon in einem Post.
Ein neuer Job, der Spaß machte und dann … dann kam der
Punkt, an dem die Prüfungen in der Uni losgingen und es mit den Gruppenarbeiten
nicht klappte. Dann die eng gesetzten Abgabetermine, die mir jetzt schon im
Nacken sitzen – ich habe Anfang dieses Jahres gemerkt, wie eng sich die
Schlinge um den Hals einer einzigen Person legen kann.
Ich bekam ein schlechtes Gewissen – dass ich das Fach
wechseln will.
Ich bekam Angst, nicht genug Zeit für irgendwas zu haben.
Ich bekam Angst, nicht zu bestehen – die Gruppenarbeiten
nicht gut genug abzuliefern.
Ich bekam Angst, meine Hausarbeiten nicht rechtzeitig
abgeben zu können.
Ich hatte Angst, eine schlechte Note in eben diesen
Hausarbeiten zu schreiben.
Und diese Angst habe ich noch immer. Etwas nicht zu
schaffen, mir selbst nicht zu gefallen. Dabei will ich nichts mehr, als MEINEN
EIGENEN ERWARTUNGEN zu entsprechen.
Der nächste Break Down war da. Vor gut zwei Wochen.
Kein Hobby, keine Motivation – weder etwas zu tun, noch aus
dem Bett zu gehen. Ich war müde. Unglaublich müde. Und das nicht, weil ich
nicht genug schlief. Sondern weil ich … seelisch müde war.
Bis ich sagte: Gut. Dann müssen wir eben mal was ändern.
Etwas muss anders laufen.
Ich schloss meine Dokumente, schob sie in einen Ordner und
ließ sie dort. Sie sind noch immer da. Ich habe sie zwar einmal aufgehabt – die
Geschichten, die ich geschrieben hatte – aber ich habe sie nicht mehr
angerührt. Stattdessen fand ich den Weg in die Musik zurück.
Ich habe die ganze Zeit IMMER Musik gehört. Es verging kein
Tag, an dem ich es nicht getan habe. Aber ich meine AKTIV Musik gehört. Die
Texte wirken lassen, die Musik spüren. Spüren, wie sich Leben anfühlt.
Viel eher würde ich sagen, der Vertrag mit meiner Seele
wurde mir wieder vorgehalten. Ich bin musikalisch wieder dort angekommen, wo
ich vor gut fünf oder vielleicht sogar sechs Jahren eine Weggablung genommen
habe. Ich höre wieder aktiv und vor allem leidenschaftlich Dir en Grey. Selbst
ihre neueren Alben (besonders Dum Spiro
Spero -Live at Budokan) mag ich inzwischen. Auch wenn ich zuvor Probleme gehabt habe, ihre
neue Musik, ihren neuen Stil wirklich anzunehmen, fällt es mir jetzt umso
leichter. Es war wie ein Gefühl von … nachhause kommen. Kennt ihr das?
Alte Erinnerungen – die man mit einem Song verbindet?
Alte Bilder, die einfach wieder hochkommen? Die einem zum
lachen oder zum weinen bringen?
Genau das Gefühl hatte ich gehabt, als ich nach Jahren
wieder gewollt einen ihrer Songs hörte – und zwar wirklich gewollt und nicht
weil ich meinen Media-Player-Laufen ließ.
Diese Band ist und war mein Anker. Das zu erkennen, fällt
oftmals schwer, aber man schafft es irgendwann.
Es dauert vielleicht noch ein bisschen, aber ich glaube,
dass meine Batterien nach Abschluss der letzten Hausarbeit für dieses Semester
wieder aufgeladen sein werden. Bis dahin werde ich aktiver Bass spielen (auch
wenn es nur an den Wochenenden sein werden kann, bis Mitte Februar, weil ich um
20Uhr abends auch nicht mehr kann. Nicht nach 12 Stunden Uni). Aber ich brauche
das. Eine Ablenkung von allem. Von allem, was vorher so … normal für mich
gewesen ist. Ein Schnitt. Ein einfacher Schnitt vom alten Leben.
Vielleicht habe ich deswegen meine Haare auch gekürzt. Um
ein ganzes Stück. Ich hab mal gehört, dass es in Asien (ich glaube sogar in
Japan) ein Symbol ist, wenn Frauen sich die Haare kurz schnitten. Ein neuer
Lebensabschnitt. Ich weiß nicht, ob das noch aktuell ist. Aber für mich fühlt
es sich so. Als sei ich ab HEUTE in der Lage, ein neues Kapitel in MEINEM LEBEN
aufzuschlagen. Aufzuatmen, etwas Neues zu beginnen und voll durchzustarten. Es
fühlt sich an, als sei alles, was zu mir zurückkam, ein Zeichen gewesen, dass
ich den Weg damals nicht hätte verlassen dürfen. Aber ich habe die Kurve
gekriegt und werde hoffentlich mein Leben auch wieder auf die Reihe bekommen.
Jetzt fragt ihr euch sicherlich: Was will die Alte
eigentlich von mir? Warum schreib sie so einen belanglosen Bullshit?
Auch noch aktuell ca. 3.000 Worte über diesen Bullshit?
Ganz einfach: Jeder hat seine Geschichte. Und auch wenn sich
vielleicht niemand für die meine interessiert, möchte ich sie einfach
aufschreiben. Ich möchte euch zeigen, wie ich zum aktiven Schreiben gekommen
bin. Durch Fanfiktions über Dir en Grey (sorry an dieser Stelle! Wirklich. Aber
… ich hatte eine große Schwäche für Kyo/Die, Kyo/Toshiya und Toshiya/Die).
Vorbei sind diese Zeiten. Wenn dann schreibe ich nur noch Fanfiks über fiktive
Personen, weil ich finde es persönlich für mich nicht mehr vertretbar, reale
Personen zu shippen, in Slash-Fics zu stecken oder sonst irgendwas damit zu
machen. Nennt mich erwachsen und verklemmt an dieser Stelle, aber ich denke
immer so: Will ich das später? Will ich in einer Zwangs-Beziehung zu einer Frau
dargestellt werden, wenn ich bekennend grey-sexuell hetero bin?
Aber an einem bestimmten Punkt im Leben erkennt man den
Dreh- und Angelpunkt, an dem so vieles festhängt. Auch wenn man es zuvor nicht
sehen konnte oder sehen wollte oder aus den Augen verloren hat.
Meiner war eben diese Band. Diese eine, möglicherweise in
vielen Augen schlechte Band. Aber für mich ist sie mehr. Ein Anker.
Und gerade Kyo (auch wenn ihn viele als irren,
aufmerksamkeitsgeilen Satansanbeter darstellen) ist jemand, der mehr als ein
einfacher Sänger ist. Jemand, der trotz seiner miesen, dunklen Weltanschauung
(die man eigentlich nur teilen kann), noch immer scheinbar offen und ehrlich
lächelt. Jemand, der körperlich so klein ist, ein derart großes Ego besitzen
kann. Und auch wenn ich es bisher noch nie auf ein Konzert geschafft habe, ist
die Aura dieses Mannes selbst in der DVD-Version eines Lives nahezu
greifbar/spürbar.
Ich gehe nicht zu weit, wenn ich sage, dass dieser Mann ein
wahres Vorbild sein kann. Jemand, den man gern auch persönlich kennen würde
(auch wenn man nie die Chance dazu bekommen wird).
Und auch der Rest der Band – sie sind musikalisch zum
niederknien. Die Gitarrensolos – herzzerreißend, kraftvoll – eine eigene
Sprache.
Der Drummer – ein Genie. Es gibt in meinen Augen nur wenige,
die Live genauso gut spielen können wie in der Studioaufnahme. Vor allem mit
einem derart großen Drumset. Und der Bassist? Er gibt dem „Bassisten spielen
doch eh nur eine leere Saite!“ eine völlig neue Bedeutung. Auch wenn mein
ehemaliger Schulband-Bassist (dessen Platz ich einnahm, als er der
Leadgitarrist wurde), konnte nicht so derartige Solos, ganze Bass-Riffs
hinlegen. Dabei war dieser jemand schon ein Maßstab, an dem ich mich hab messen
wollen. Aber Toshiya setzte die Latte noch eine ganze Ecke höher. Seitdem habe
ich auch einen größeren Anspruch an Bass-Lines in einem Song oder besser gesagt
ein besseres Gehör, eine größere Aufmerksamkeit für eben derart komplexe
Bass-Lines. Gibt’s selten.
Aber um auf den Punkt zu kommen:
Manchmal merkt man erst hinterher, wenn man es aus den Augen
verloren hat, wie viel eine so scheinbar kleine Sache für jemanden bedeuten
kann. Was diese kleine Sache ausmacht, wenn sie nicht mehr da ist.
Ich lasse mich gern von Diru inspirieren und von ihrer Musik
verspülen. Einfach nur … gleiten lassen, während der Geist an eine andere
Stelle schwebt und … Zeit für sich findet.
Jeder hat so etwas.
Was treibt euch an? Was hat euch zu dem gemacht, was ihr nun
seid?
Meine Geschichte kennt ihr langsam und es wäre schön, wenn
gerade meine treuen Leser aus dem Bereich der Fanfiktion irgendwann den Weg zu
meinen Originalen finden könnten, denn das ist das, was mir am Herzen liegt.
Mit meinen Sachen überzeugen. Mit dem, was MICH ausmacht.
Und nicht wegen etwas gemocht zu werden, das ich mir nur ausgeliehen habe.
Meine Charaktere haben alle etwas von mir. Levi und Eren
sind nur geliehene Figuren aus einem Anime, der gehyped und langweilig wird.
Das was ICH mache ist MIR wichtig. Und ich möchte damit
überzeugen.
Danke.
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