Montag, 25. Januar 2016

Past - Present - Future

2007. Das ist so ziemlich DAS JAHR in dem für mich alles richtig los ging, was Musik betrifft.
Damals kam Anyone, Anymore  von der finnischen Band Lovex im deutschen Fernsehen – damals als auf MTV und VIVA bereits nur noch Müll lief und ich auf solche Dinger wie iMusik1 (kurz iM1) um schwenkte. Mein Glückstreffer, denn damals lief dieses Musikvideo direkt nach der Senderwahl an und … da wars eben um mich geschehen.
Nach Lovex – einer damals noch recht jungen Band – fand ich mehr Geschmack an dieser Art der Musik (rocklastig). Zwar hatte ich vorher bereits ein großes Interesse an der Band Nightwish gehabt, auf die ich durch den Song Nemo (aus dem Jahre 2004) aufmerksam geworden bin. 2005 war ich 12, 13 Jahre alt. Und nur zwei Jahre später nahm eben das „Übel“ seinen Weg.
Über Lovex, zu den alt eingesessenen Musikern von HIM (wings of a butterfly) hin zu rein finnisch singenden Gruppen wie Uniklubi mit beispielsweise: Rakkautta ja Pikkiilankaa. Finnische Musik hatte mich einfach! Irgendwann kam ich über diesem Wege hin zu der schwedischen Gruppe Death Stars - Death dies hard, darüber hinaus erneut zurück zu Rammstein (von denen ich gern Engel hörte).

Zwischenzeitlich mischte sich etwas deutscher Mittelalterrock à la Schandmaul - Walburgisnacht oder Subway to Sally Eisblumen mit ein. Aber im Groben und Ganzen blieb ich bei den düsteren, härteren und oft auch keyboardlastigen Songs von Lovex hängen (einige nennen es Glam-Rock, für mich war’s einfach schlicht und ergreifend Rock).

Und dann … kam irgendwann … diese … Überraschung.
Man nannte es neu. Man nannte es toll. Es klang nach 80er-Jahre-Musik neuaufgelegt. Und ich bin heute noch am rätseln, warum mir der Song von Anfang an so vertraut vorkam. Die Rede ist von der um 2008 bekannt gewordenen, deutschen Musikgruppe Cinema Bizarre (Forever or never), die nicht nur die Musikszene ein wenig … merkwürdig gucken ließen hier zu Lande, nein. Sie gaben auch den Medien wieder richtig Futter (positiv als auch negativ). Man hörte ihren Bandnamen oft im Zusammenhang mit Manga, Anime und vor allem im Zusammenhang mit dem Begriff „Visual Kei“ – letzteres ist ein Modestil von japanischen Rock/Metal-Bands und KEIN MUSIKGENRE! Nur für die, die es nicht wissen.
Auf jeden Fall wurde ich merkwürdigerweise ein … Fan dieser Band. Ich mochte ihre Musik – verzeiht mir! Ich war jung. Und ich habe immerhin nie Tokyo Hotel gehört (ich hab nichts gegen sie, aber man wurde auf meiner Schule damals gemobbt, wenn man sie hörte – war nicht so schick, wisst ihr?).
Na ja, und wie man das eben so als braves Fangirl im Alter von 14 Jahren macht, guckt man sich eben die Myspace-Seiten der einzelnen Bandmitglieder so an. Und ja, damals war Myspace so geil und in wie FB vor einigen Jahren noch. Auf jeden Fall war die Erscheinung von Cinema Bizarre ja schon recht auffällig, anders eben. Die Parallele zu den japanischen Bands wurde immer wieder gezogen und klein Elli war damals neugierig.
So stellte sich die Frage: Was ist D’espairs Ray? Was ist Gazette? Und warum zur Hölle wird so ein Wind um Dir en Grey und so was wie X-Japan gemacht?
Ich muss gestehen, dass ich in meinen jungen Jahren echt ein großer Freund und Fan von Japan, der Kultur und einfach allem war, was zu diesem Land gehört. Habe fleißig Animes gesehen – war so der Vorzeige-Otaku der damaligen Zeit (Betonung auf damals! Heute sieht das ja anders aus).
Auf jeden Fall geht klein Elli los – Elli hat ja schon Youtube – und gibt erstmal so die Bandnamen ein. Die erste Frage die ich mir damals stellte, original: „Was ist daran anders? Die Songs haben auch englische Titel!“ (Ja! Innerliches Klatschen für meine Wenigkeit! Denkt auch nur von der Wand bis zur Tapete!).

Wenn ich mich recht erinnere, war mein erster Song von D’espairs Ray Garnet. Fand ich damals nicht so geil. Squall hingegen hat mich dann gekrieg, zusammen mit so was wie dem ganzen Album Coll:Set. Ich muss auch gestehen, dass ich Gazette/The GazettE damals nicht so geil fand. 
Ich mochte irgendwie nur ein oder zwei Songs von denen. 

Mit X-Japan konnte ich so gar nichts anfangen und Dir en Grey (folgend einfach Diru abgekürzt), war mir zu … hart. Mein erster Song von ihnen war Saku, das hat mich doch schon recht geschockt, also schob ich die Bands beiseite, blieb bei D’espairs Ray und der ganzen oben bereits genannten Sammlung von finnischen oder schwedischen Bands. Cinema Bizarre wurde irgendwann uninteressant (gegen Mitte 2008). Ich mochte ihr neues Album nicht, mochte irgendwie … so gar nichts mehr von denen und der ganze Hype um die ging mir nur noch auf die (nicht vorhandenen) Eier. Soviel dazu. Also passiert erst einmal eine ganze Weile nichts.
Klein Elli hörte quer durch die Bank – egal was es war, Hauptsache es klang gut – alles, was sie finden konnte.

Darunter fielen dann auch irgendwann so Sachen wie Girugamesh, SuG (Oshare-Kei-Style) oder auch Alice Nine, AnCafé. Ich driftete von Finnland/Schweden ziemlich stark in die Richtung japanische Rockmusik mit süßen, popigen Elementen (meine Freunde nahmen mich zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr ernst. Vorher gings schon ein wenig in die Richtung: Hä? Aber als ich mit SuG Love Scream Party kam – da wars vollkommen vorbei mit ihrem Verständnis von Musik und gutem Geschmack).

ABER ich bekam die Kurve. Ich bekam irgendwann im 3ten Viertel 2008 die Kurve. Warum? Keine Ahnung.
Und woran ich das festmache? Ich schrieb verdammte Fanfiktions. Daran mache ich das fest. DENN: Elli fand den Weg von all diesem rosaroten-knuschel-knuffeligen Wesen des japanischen Pop-Rock kam ich zurück! Den ganzen Weg zurück und ich griff auf dem Weg so was wie Screw auf oder auch Sadie – eben so die Musiker der Szene, die eben ein wenig … dunkler waren. Ich versuchte es auch noch mal mit X-Japan und fand an einigen Songs Gefallen. Und wo endete ich letztlich auf meiner langen Reise durch das damalige Youtube und die noch recht kleine Szene des „J“-Rock? Richtig. Bei der Band, die ich am wenigsten leiden konnte: Diru.
Ich konnte sie einfach nicht ab. Und dann kam da … so … Drain Away. Dieser Song, die klaren, schönen Töne, die Singstimme des Vocals. Cage und Yokan hatten mich dann ganz und mit The Final unterzeichnete ich den Vertrag, der meine Seele an diese Band verkaufte.
Klingt kindisch? Ha! Wenn ich sage, sie haben mich öfters gerettet, ohne bei mir zu sein, lüge ich nicht einmal.
Es mag in vielen Ohren nach Emo-Gewäsch und Aufmerksamkeitsgelüsten klingen, aber ich sage die Wahrheit, wenn ich das schreibe. Oder sage. Die Texte, die ich erst später in deutscher Übersetzung lesen konnte, davor nur in Englisch, waren nicht nur musikalisch herzzerreißend unterlegt, nein. Diese Texte waren auch inhaltlich auf einer ganz anderen Ebene als das, was ich vorher kannte. So viel metaphorischer, so viel tiefer und schmerzlicher, als alles andere. Als alles, was ich bis dato gekannt hatte. Die Live-Perfomances brachten mich zum Weinen und zum Wegsehen. Aber dafür dazu, um genauer hinzuhören.
Dabei muss ich gestehen, dass mir die Texte von Bands zuvor recht egal gewesen waren. Mir war der Sinn egal, der Inhalt, einfach alles – solange die Musik gut war, war alles andere auch gut. Aber hier begann ich darüber nachzudenken. Ein wenig mehr über alles nachzudenken.
Wenn ich vorher Interesse gehabt hatte, Musik zu machen, war das nie wirkliches Interesse gewesen. Ich begann zwar mit Gitarre, aber ich wechselte das Instrument recht schnell. Aber dazu hatte ich bereits etwas geschrieben in einem anderen Post.
Ich spielte in der Schulband. Nur ein einziger Grund war dafür verantwortlich – ebenso in einem anderen Post erwähnt.
Ich erstellte 28.08.2008 meinen ersten Account auf Fanfiktion.de. Ich schrieb und las Fanfiktions über Dir en Grey (zu meiner Schande muss ich sagen, es waren meistens Slash-Fics. Ich fand sie gut. Und ich schrieb sie selbst gern, weil die Band gerade in ihrer Anfangszeit mit Fanservice für eben so etwas sorgte). Von meinem heutigen Standpunkt würde ich sagen: Die Fiktion hat ihre Berechtigung, wenn die Fans im Maß bleiben. Ich selbst schreiben sie nicht mehr, werfe nur hin und wieder einen Blick auf die von mir favorisierten Geschichten, weil ich die Entwicklung der Schreiber interessant finde (und auch ein wenig wissen will, wies eben weiter geht. Aber ich betrachte das alles aus einem recht neutralen Winkel. Nicht zuletzt wegen meines Studiums).
Aber dieses Datum war so ziemlich ein Wendepunkt in Punkto Hobby- und Lebensgestaltung.
Ich wurde vom Hobbymusiker – zum (damals schlechten) Hobby-Autor.
Es schwächelte alles um 2009 herum. Meine Treue zur (japanischen) Musik und auch zum Schreiben. Ich kam in die „Emo-Szene“. Spielte und hörte mehr von diesem Emo-Core/Metal-Core/Screamo-Zeug und zockte mit einem Kumpel öfters mal Songs dieses Genres. JRock schien langsam in weite Ferne zu rücken. So auch meine Schreibe.
Beides entfernte sich gleichzeitig ein wenig von mir.
Es ging sogar so weit, dass ich mich selbst als „Emo“ bezeichnete, Röhrenjeans und Karo-Chucks trug und dachte, ich könnte das echt durchziehen.
2010 schnitt ich mir die Haare so und auf meinem MP3-Player befand sich Musik von Black Veil Brides - Rebel Love Song und ähnlichen. Ich dachte, ich hätte auch in der Musik-Genre ein Feeling. Etwas, das mir mehr gab als nur ein gutes, nettes Hörvergnügen. Aber es blieb aus.
Ich kam zum Goth. Um ca. 2011/2012 machte man mir dann ASP schmackhaft. Ein Goth-Rock-Band aus Deutschland mit sehr, sehr dunkleren, sehr düsteren Texten in denen mehr versteckt war als man es vielleicht glauben mochte. Ich hörte wieder vermehrt Metal, überwiegend Goth und … kramte meine Leidenschaft nur langsam wieder zutage. Es dauerte. Zwar hörte ich zwischendurch immer wieder ein oder zwei Songs von Diru oder auch zu dem Punkt schon Gazette – und ich schrieb noch immer ein paar Fanfiktions, jedoch eher unmotiviert und nur comment-geil. Parallel dazu schrieb ich 2010 meine erste eigene Geschichte – die rückblickend eine reine grammatikalische und orthographische Katastrophe ist!
Mein Musikgeschmack machte in der Zeit einen krassen Wandel durch. Zwischen 2009 und 2013/2014 war es eine reine Katastrophe. Meine Schreibe war genauso mies wie mein Musikgeschmack.
Escape The Fate, BVB, SuG, Screw, Dir en Grey, Falling in Reverse, Gazette – irgendwann 2013 kam dann noch Sleaze-Rock dazu. Da sprechen wir dann von so was wie Crash Diet oder Reckless Love. Da wären wir dann wieder bei Finnland und Schweden angekommen – ihr seht: Elli blieb immer in bestimmten Regionen. Auch wenn ich zugeben muss, 80er-Größen wie Warlock, Def Leppard, W.A.S.P, White Snake und andere schon IMMER (und damit meine ich IMMER) gemocht und vergöttert habe, ist der eigene, ganz persönliche Musikgeschmack doch schon eine merkwürdige Sache an sich, nicht wahr? Wo man so im Laufe eines Lebens so hinkommt. Komisch – krank möchte man fast sagen.
2014 verlor ich mich in der Musik von Lord of the Lost (Blood for Blood). Eine hamburger Band mit düsteren, eleganten und teils auch harten Sounds und Songtexten. Die Stimme des Sängers – einmalig. Die Songtexte – amüsant und doch auch mal kritikreich. Ich mochte sie. Ich mag sie sehr gern. Lord of the Lost war die erste Band, die am 26.09.2014 in Hannover live sah. Die erste Band, bei der ich überhaupt auf einem Konzert war. Allein deswegen bedeutet es mir viel.

Letztes Jahr hatte ich dann einige Probleme.
Keine Probleme im Sinne von: Ach, das geht wieder vorbei.
Nein, es waren echte, gravierende Probleme. Und zwar fühlte ich mich die schon eine ganze Zeit mit der Wahl meines Zweitfaches an der Uni überfordert. Ich hatte Französisch an der Schule, und ich war auch gut. Sehr gut sogar. Aber die Uni ist ein anderes Level an Bildung und ich bin zu blauäugig an die ganze Sache herangegangen. Ergo: Ich fühlte mich unter Stress/unter enormen Druck gesetzt. Ich hatte Angst, den Erwartungen, die ICH AN MICH stellte, nicht gerecht werden. Ich hatte Angst, ZU VERSAGEN. Ich gab nie auf. Ich konnte nicht einfach aufgeben und dazu stehen. So war ich nicht, so werde ich nicht sein. Es ist mir peinlich zugeben zu müssen, etwas nicht zu schaffen.
Hinzukam der Tod meiner Großmutter. All das hemmte nicht nur mich, es hemmte mein einziges Hobby, das ich über all die Jahre behalten habe. Das Schreiben. Es hemmte mich so sehr, dass ich einfach nichts mehr aufs Papier bekommen hatte und unzufrieden war. Meine Betaleserin und sehr, sehr gute Freundin (ich möchte fast sagen die beste!), weiß was ich an dieser Stelle meine. Ich hatte lange Blockaden. Ich wusste nicht, ob das passt. Habe ihr teilweise mehrere Versionen eines einzigen Kapitels geschickt, nur um zu wissen, welche davon die beste ist.
Und dann kam der Punkt, an dem ich einen derartigen Zusammenbruch erlitt, dass gar nichts mehr ging. Essen ging nicht, schlafen ging nicht, Uni ging nicht. Ich begann vor Dozenten zu heulen, wenn es um die Nachbesprechung ging. Nicht, weil man mich kritisierte – damit komme ich klar. Kritik ist mir wichtig, solange sie gut verpackt und dennoch ehrlich ist. Aber ich begann zu weinen und das nicht wenig.
Das war der Punkt, an dem ich sagen musste: Gut. Bis hierhin und nicht weiter. Das war 2015 im November.

Ich meldete mich von den Veranstaltungen ab, ging in Besprechungen für Studienfachwechel und wählte im Dezember dann Englisch als Zweifach (wo ich noch immer auf die Bestätigung warte). Es wurde ein wenig besser, nachdem der erste Druck von den Schultern ist. Aber ich hatte all die Zeit auch nichts, an dem ich mich festhalten konnte. Natürlich hatte ich den Beistand meiner Eltern, besonders meiner Mutter (da ist das Verhältnis einfach ein weniger enger und knackiger) und von meinem Hasen Luna (Beta-Chan).
Aber mir fehlte etwas, an dem NUR ICH mich festhalten konnte, wenn ich allein war. So ganz allein. Nur ich für mich in meinem Zimmer – Tür zu – allein sein.
Ich hatte den Bezug langsam zum Schreiben verloren. Es kam mir alles so unrealistisch, alles so platt und falsch vor. ICH kam mir falsch vor. Einfach alles wirkte so … konstruiert, so gespielt und unecht. Darüber sprach ich ja auch schon in einem Post.
Ein neuer Job, der Spaß machte und dann … dann kam der Punkt, an dem die Prüfungen in der Uni losgingen und es mit den Gruppenarbeiten nicht klappte. Dann die eng gesetzten Abgabetermine, die mir jetzt schon im Nacken sitzen – ich habe Anfang dieses Jahres gemerkt, wie eng sich die Schlinge um den Hals einer einzigen Person legen kann.
Ich bekam ein schlechtes Gewissen – dass ich das Fach wechseln will.
Ich bekam Angst, nicht genug Zeit für irgendwas zu haben.
Ich bekam Angst, nicht zu bestehen – die Gruppenarbeiten nicht gut genug abzuliefern.
Ich bekam Angst, meine Hausarbeiten nicht rechtzeitig abgeben zu können.
Ich hatte Angst, eine schlechte Note in eben diesen Hausarbeiten zu schreiben.
Und diese Angst habe ich noch immer. Etwas nicht zu schaffen, mir selbst nicht zu gefallen. Dabei will ich nichts mehr, als MEINEN EIGENEN ERWARTUNGEN zu entsprechen.
Der nächste Break Down war da. Vor gut zwei Wochen.
Kein Hobby, keine Motivation – weder etwas zu tun, noch aus dem Bett zu gehen. Ich war müde. Unglaublich müde. Und das nicht, weil ich nicht genug schlief. Sondern weil ich … seelisch müde war.
Bis ich sagte: Gut. Dann müssen wir eben mal was ändern. Etwas muss anders laufen.
Ich schloss meine Dokumente, schob sie in einen Ordner und ließ sie dort. Sie sind noch immer da. Ich habe sie zwar einmal aufgehabt – die Geschichten, die ich geschrieben hatte – aber ich habe sie nicht mehr angerührt. Stattdessen fand ich den Weg in die Musik zurück.
Ich habe die ganze Zeit IMMER Musik gehört. Es verging kein Tag, an dem ich es nicht getan habe. Aber ich meine AKTIV Musik gehört. Die Texte wirken lassen, die Musik spüren. Spüren, wie sich Leben anfühlt.
Viel eher würde ich sagen, der Vertrag mit meiner Seele wurde mir wieder vorgehalten. Ich bin musikalisch wieder dort angekommen, wo ich vor gut fünf oder vielleicht sogar sechs Jahren eine Weggablung genommen habe. Ich höre wieder aktiv und vor allem leidenschaftlich Dir en Grey. Selbst ihre neueren Alben (besonders Dum Spiro Spero -Live at Budokan) mag ich inzwischen. Auch wenn ich zuvor Probleme gehabt habe, ihre neue Musik, ihren neuen Stil wirklich anzunehmen, fällt es mir jetzt umso leichter. Es war wie ein Gefühl von … nachhause kommen. Kennt ihr das?
Alte Erinnerungen – die man mit einem Song verbindet?
Alte Bilder, die einfach wieder hochkommen? Die einem zum lachen oder zum weinen bringen?
Genau das Gefühl hatte ich gehabt, als ich nach Jahren wieder gewollt einen ihrer Songs hörte – und zwar wirklich gewollt und nicht weil ich meinen Media-Player-Laufen ließ.
Diese Band ist und war mein Anker. Das zu erkennen, fällt oftmals schwer, aber man schafft es irgendwann.

Es dauert vielleicht noch ein bisschen, aber ich glaube, dass meine Batterien nach Abschluss der letzten Hausarbeit für dieses Semester wieder aufgeladen sein werden. Bis dahin werde ich aktiver Bass spielen (auch wenn es nur an den Wochenenden sein werden kann, bis Mitte Februar, weil ich um 20Uhr abends auch nicht mehr kann. Nicht nach 12 Stunden Uni). Aber ich brauche das. Eine Ablenkung von allem. Von allem, was vorher so … normal für mich gewesen ist. Ein Schnitt. Ein einfacher Schnitt vom alten Leben.
Vielleicht habe ich deswegen meine Haare auch gekürzt. Um ein ganzes Stück. Ich hab mal gehört, dass es in Asien (ich glaube sogar in Japan) ein Symbol ist, wenn Frauen sich die Haare kurz schnitten. Ein neuer Lebensabschnitt. Ich weiß nicht, ob das noch aktuell ist. Aber für mich fühlt es sich so. Als sei ich ab HEUTE in der Lage, ein neues Kapitel in MEINEM LEBEN aufzuschlagen. Aufzuatmen, etwas Neues zu beginnen und voll durchzustarten. Es fühlt sich an, als sei alles, was zu mir zurückkam, ein Zeichen gewesen, dass ich den Weg damals nicht hätte verlassen dürfen. Aber ich habe die Kurve gekriegt und werde hoffentlich mein Leben auch wieder auf die Reihe bekommen.

Jetzt fragt ihr euch sicherlich: Was will die Alte eigentlich von mir? Warum schreib sie so einen belanglosen Bullshit?
Auch noch aktuell ca. 3.000 Worte über diesen Bullshit?

Ganz einfach: Jeder hat seine Geschichte. Und auch wenn sich vielleicht niemand für die meine interessiert, möchte ich sie einfach aufschreiben. Ich möchte euch zeigen, wie ich zum aktiven Schreiben gekommen bin. Durch Fanfiktions über Dir en Grey (sorry an dieser Stelle! Wirklich. Aber … ich hatte eine große Schwäche für Kyo/Die, Kyo/Toshiya und Toshiya/Die). Vorbei sind diese Zeiten. Wenn dann schreibe ich nur noch Fanfiks über fiktive Personen, weil ich finde es persönlich für mich nicht mehr vertretbar, reale Personen zu shippen, in Slash-Fics zu stecken oder sonst irgendwas damit zu machen. Nennt mich erwachsen und verklemmt an dieser Stelle, aber ich denke immer so: Will ich das später? Will ich in einer Zwangs-Beziehung zu einer Frau dargestellt werden, wenn ich bekennend grey-sexuell hetero bin?

Aber an einem bestimmten Punkt im Leben erkennt man den Dreh- und Angelpunkt, an dem so vieles festhängt. Auch wenn man es zuvor nicht sehen konnte oder sehen wollte oder aus den Augen verloren hat.
Meiner war eben diese Band. Diese eine, möglicherweise in vielen Augen schlechte Band. Aber für mich ist sie mehr. Ein Anker.
Und gerade Kyo (auch wenn ihn viele als irren, aufmerksamkeitsgeilen Satansanbeter darstellen) ist jemand, der mehr als ein einfacher Sänger ist. Jemand, der trotz seiner miesen, dunklen Weltanschauung (die man eigentlich nur teilen kann), noch immer scheinbar offen und ehrlich lächelt. Jemand, der körperlich so klein ist, ein derart großes Ego besitzen kann. Und auch wenn ich es bisher noch nie auf ein Konzert geschafft habe, ist die Aura dieses Mannes selbst in der DVD-Version eines Lives nahezu greifbar/spürbar.
Ich gehe nicht zu weit, wenn ich sage, dass dieser Mann ein wahres Vorbild sein kann. Jemand, den man gern auch persönlich kennen würde (auch wenn man nie die Chance dazu bekommen wird).
Und auch der Rest der Band – sie sind musikalisch zum niederknien. Die Gitarrensolos – herzzerreißend, kraftvoll – eine eigene Sprache.
Der Drummer – ein Genie. Es gibt in meinen Augen nur wenige, die Live genauso gut spielen können wie in der Studioaufnahme. Vor allem mit einem derart großen Drumset. Und der Bassist? Er gibt dem „Bassisten spielen doch eh nur eine leere Saite!“ eine völlig neue Bedeutung. Auch wenn mein ehemaliger Schulband-Bassist (dessen Platz ich einnahm, als er der Leadgitarrist wurde), konnte nicht so derartige Solos, ganze Bass-Riffs hinlegen. Dabei war dieser jemand schon ein Maßstab, an dem ich mich hab messen wollen. Aber Toshiya setzte die Latte noch eine ganze Ecke höher. Seitdem habe ich auch einen größeren Anspruch an Bass-Lines in einem Song oder besser gesagt ein besseres Gehör, eine größere Aufmerksamkeit für eben derart komplexe Bass-Lines. Gibt’s selten.

Aber um auf den Punkt zu kommen:
Manchmal merkt man erst hinterher, wenn man es aus den Augen verloren hat, wie viel eine so scheinbar kleine Sache für jemanden bedeuten kann. Was diese kleine Sache ausmacht, wenn sie nicht mehr da ist.
Ich lasse mich gern von Diru inspirieren und von ihrer Musik verspülen. Einfach nur … gleiten lassen, während der Geist an eine andere Stelle schwebt und … Zeit für sich findet.
Jeder hat so etwas.
Was treibt euch an? Was hat euch zu dem gemacht, was ihr nun seid?
Meine Geschichte kennt ihr langsam und es wäre schön, wenn gerade meine treuen Leser aus dem Bereich der Fanfiktion irgendwann den Weg zu meinen Originalen finden könnten, denn das ist das, was mir am Herzen liegt.
Mit meinen Sachen überzeugen. Mit dem, was MICH ausmacht. Und nicht wegen etwas gemocht zu werden, das ich mir nur ausgeliehen habe.
Meine Charaktere haben alle etwas von mir. Levi und Eren sind nur geliehene Figuren aus einem Anime, der gehyped und langweilig wird.
Das was ICH mache ist MIR wichtig. Und ich möchte damit überzeugen.


Danke.

Sonntag, 10. Januar 2016

Me, myself and I

Kennt ihr das Gefühl, dass man einfach nicht weiß, wer man ist? Dass man seit Jahrzehnten versucht sich selbst zu finden und bisher auf diesem Weg die ganze Zeit gescheitert ist?
Irgendwann im Leben entscheiden sich die meisten Leute dafür normal oder anders zu sein. Was das jeweils bedeutet, lässt sich hier schwer definieren, denn es ist für jeden etwas anderes. Für mich bedeutet normal in diesem Zusammenhang jedoch, dass man sich der großen Masse anschließt. Man trägt, was die Mode vorschreibt; man hört, was die Charts vorgeben; man fährt das Auto, das gerade rausgekommen und somit von allen als toll angesehen wird. Anders definiere ich hier für meine Zwecke als Normabweichend, als alle, was gegen das geht, was gerade IN oder AKZEPTABEL ist, wenn man von der Sicht der gesamten Gesellschaft angeht.
Leute, die sich als normal ansehen, sich nicht großartig abheben, haben ihren Weg gefunden. Die Anderen jedoch auch.
Und ich für meinen Teil, kann davon sprechen, dass ich mich verloren fühle zwischen diesen beiden Gruppen. Ich will anders sein, weil mir die Norm nicht passt. Ich fühle mich mit der Norm-Mode von H&M, C&A, Madonna und wie sie alle heißen, nicht wohl. Ich höre die Musik nicht gern, die in den Charts läuft, weil mir davon nichts aus der Seele spricht. Und das ist für mich enorm wichtig, dass die Musik meine Seele berührt. Ich fahre kein neues Auto, ich fahre einen 87er VW Scirocco in Paprikarot und heize mit dröhnenden Boxen durch eine Kleinstadt, in der beinahe nur Kurgäste, Rentner und verklemmte, freiwillige Langzeitarbeitslose herumlaufen und von denen man bei jedem Schritt, den man tut, einen merkwürdigen Blick bekommt.
Ich lebe und sterbe in Schwarz. Ich höre Metal, höre Goth – und das mit Leidenschaft. Viele andere tun das nicht. Ich fühle mich nicht wohl, wenn ich daran denken muss, nächste Woche Freitag in einen Durchschnittsclub zu gehen, in dem Durchschnittsmusik läuft und in dem Durchschnittsmenschen tanzen und saufen – wenn nur 3 Kilometer entfernt eine Gothdisco ist (von der ich jedoch nicht mehr heimkommen würde – nachts um halb 3, weil das Ding *ne Stunde von meinem Zuhause entfernt liegt. Und die Taxirechnung bezahl erstmal).
Aber auch wenn mir das alles nicht liegt, ich mich mit dem Normalen der Welt nicht wohlfühle, bin ich noch lange nicht anders.
Ich habe das Problem, mit nicht selbst finden zu können. Ich würde gern den Mut, das Selbstbewusstsein von einigen Menschen der sogenannten schwarzen Szene besitzen. Würde gern mit Plateaustiefeln zur Uni, würde gern irre und ausgefallen herumlaufen, aber ich habe das Gefühl, als könnte ich das stille Urteil der anderen, meiner Kommilitonen, der anderen Leute im Bus und einfach eines JEDEN in deren Augen sehen.
Ich weiß nicht, wer ich bin. Oder wer ich sein will. Oder wohin ich will. Ich stecke in meinen schlichten, schwarzen Skinny-Jeans, meinen schwarzen Tshirts und den Hoodies fest, ohne mich … mehr zu trauen. Ich hätte so gern die Haare anders – aber ich arbeite neben der Uni im Büro. In einem Büro, in dem mich die Mandanten bereits wegen meines schwarzen Outfits merkwürdig ansehen (auch wenn mein Chef es völlig unkommentiert und gelassen hinnimmt).
Ich hätte so gern einen ausgefallenen Kleidungsstil, würde so gern mehr auffallen als es schwarze Haare und schwarze Kleidung tun. Ich will mit etwas beweisen können, dass ich nicht bin wie andere. Und doch … schaffe ich es nicht. Und es zerreist mich teilweise im Inneren. Es entsteht einfach so ein Druck im Inneren, wenn man den Weg ZU SICH SELBST nicht finden kann.
Ich stelle mir immer sooft die Fragen:

Wer bin ich?
Warum bin ich so, wie ich bin?
Warum kann ich nicht anders sein?
Wo will ich hin?
Und mit wem will ich dahin?
Will ich aber wirklich dort bleiben oder will ich mehr?

Ich habe einfach keine Ahnung… Ich weiß nur, dass ich einen festen Berufswunsch habe. Mehr weiß ich nicht. Und es macht mich innerlich beinahe kaputt.
Ich weiß nicht, ob ich mit diesen Ansichten eine der wenigen bin, aber ich muss es einfach auf irgendeinem Wege mal loswerden und dieser Blog, diese Ecke des Internets scheint mir der einfachste Weg zu sein.

Ich habe vor wenigen Tagen wieder mit Bass spielen angefangen. Warum? Ich weiß es nicht so genau. Ich hatte vor gut sechs oder sieben Jahren den Wunsch gehabt, Musiker zu sein. Und immer, wenn ich ein gutes Live von einer Band gesehen habe, die ich mag, stellte ich mir vor, wie es ist, auch mal auf so einer Bühne zu stehen. Und dieses Gefühl ist nie gewichen. Ich habe Romane über und mit Musikern geschrieben und mir immer wieder vorgestellt, wie es war, selbst man auf der Bühne (und wenn es nur eine kleine war) zu stehen und in eine Menge von Gesichtern zu sehen. Nur leider habe ich dies schnell aufgegeben, als es hieß, ich mache Abitur. Das Abi ist nicht so einfach, wie viele glauben und irgendwas musste eben gekürzt werden – so gab ich das Bassspielen auf, um noch etwas Zeit für meine Romane zu haben. Eine Entscheidung, die ich zurückblickend etwas bereue, denn hätte ich das Schreiben für eine Weile aufgegeben, wäre ich jetzt ein recht passabler Bassist, der vielleicht eine feste Band hätte. Doch so bin ich nur ein Laie, jemand der mal gerade zwei Saiten anschlagen kann, ohne sich die Finger zu brechen und der Weg zur Perfektion wird lang und schwer werden. Weil ich auch jetzt während der Uni wenig Zeit habe, um zu üben und zu Proben.
Dabei weiß ich nicht einmal so genau, warum ich wieder hier gelandet bin, wo ich bin. Wie gesagt, weiß ich nicht, warum ich viele Dinge tue. Sie passieren mir quasi einfach und ich habe mich diesen zu beugen.
Ich weiß nur, dass ich auf Youtube das neue Album (Dogma heißt es) von The Gazette gehört habe und von da irgendwie zurück zu der Band kam, die ich mit 14/15 vergöttert hatte: Dir en grey. Beides sagt einigen vielleicht etwas.
Schon früher hatte ich irgendein Instrument spielen wollen, begann oft mit Gitarre und hörte ebenso oft damit wieder auf. Bis ich auf den Bass stieß und vor allem passierte dies vorrangig durch das unüberhörbar gute und vor allem auch durchscheinende Spiel des Bassisten der Band (Toshiya) – auch den sollten einige vielleicht kennen, wenn sie aus der Visual Kei-Sparte kommen. Auf jeden Fall wollte ich wie gesagt, immer Musiker sein, aber ab dem einen Moment, in dem ich sein Bassspiel wirklich wahrgenommen habe, die Solos oder die ohnehin sehr komplexen und nicht zu verachteten Basslines – da wusste ich, dass Gitarre vielleicht ganz nett ist, der Bass jedoch das meine sein sollte.
Ich spielte in der Schulband, versuchte mit Hängen und Würgen an sein (Toshiyas) Spiel heranzureichen und dann kam eben Abi und alles war dahin.
Ich versuchte weitergehend meine Schreibe zu verbessern, wollte so sein wie J.K Rowling (Harry Potter) oder andere, große Autoren/innen und … scheiterte. Fanfiktions schreiben ist nicht das Maß aller Dinge – auch wenn es gut läuft, aber es ist nicht meine Bestimmung. Ich glaubte, das Schreiben von eigenen, richtigen Romanen wäre meine Bestimmung. Aber letztlich … stelle ich fest, dass auch das mich nicht mehr so mit Freude und Spaß erfüllt, wie es einst der Fall war. Dabei schreibe ich nicht einmal mehr, um etwas zu verlegen oder dergleichen. Das war zu Beginn des letzten Jahres (2015) der Fall gewesen. Ich wollte unbedingt meine Bücher verlegen – aber die Absagen gaben mir einen Dämpfer, sodass ich einsehen musste, noch nicht gut genug zu sein. Also schrieb ich weiter. Ich schrieb und schrieb und … stehe jetzt vor einer Wand, an der ich mich frage: Warum habe ich das all die Jahre gemacht, wenn es mir nunmehr nicht die Freude bringt, wie es einst der Fall war?
Und da ich den Weg zurück zu meinen musikalischen Wurzeln gefunden habe, erneut von Dir en Grey, ihrem neuen Album und den alten Songs so eingenommen bin, wie ich es damals mit 14/15 war, kehrte auch der Wunsch von damals zurück. Mein Bass steht immerhin noch in meinem Zimmer, ist nun gestimmt und bereits wieder gespielt worden und zum ersten Mal seit mehreren Jahren spürte ich wieder, dass mir etwas wirklich Spaß macht. Auch wenn ich bisher nur leichte Songs spiele, um wieder in die Musik einsteigen zu können, gibt es mir irgendwie ein besseres Gefühl als … hunderte von Seiten zu füllen.
Dabei weiß ich nicht, wie langlebig dies sein wird. Ich hoffe zwar, dass es mich ab nun endlich mein Leben lang begleiten kann, aber man weiß ja nie.
Aber hier haben wir meinen unsicheren Weg wieder. Ich weiß nichts.
Ich weiß nur, dass ich momentan versuche eine kreative Leere und einen Zustand der absoluten Unzufriedenheit mit mir und meinem Leben, mit etwas zu füllen, von dem ich weiß, dass es mir Spaß bereit und von dem ich auch weiß, dass es mich weiterbringen kann. Bei der Musik hört und spürt man die Fortschritte. Bei den Romanen … kommt es mir so vor, als stünde ich seit Jahren auf ein und derselben Stelle, nur dass meine Rechtschreibung (auch bedingt durch mein Studium der Germanistik) besser geworden ist. Aber sonst weiß ich nicht, wohin mich irgendwas davon bringen wird.
Ich … weiß nicht, ob ich Musiker oder Autor sein will. Ich weiß nicht, ob ich weiterhin in dieser Schwebe gefangen sein will. Bisher habe ich immer versucht mich an berühmten Personen zu orientieren – etwas mehr Marilyn Manson, etwas mehr Morticia Addams, etwas mehr  … ANDERS. Und letztlich ende ich doch wieder da, wo ich nun bin. Auf derselben, langweiligen Stufe, während ich andere bewundere, dass sie den Mut zum Anderssein auch wirklich haben.
Denn da stellt sich auch die Frage: Werde ich je den Mut haben, wieder auf eine Bühne zu gehen?
Oder werde ich je den Mut haben, eine Lesung eines Buchs vorzunehmen?
Und wenn ja, will ich das so, wie ich jetzt bin? Oder will ich das auffällig und … mehr ich? Aber – wer bin ich?
Ich will so gern den Weg zu meinen inneren Ich finden, ohne dass ich dabei jemanden nacheifere. Ohne, dass ich jemandes Stil kopiere, dessen Frisur, dessen Schreibstil oder dessen Art, das Instrument zu spielen. Nur warum fällt es einigen so einfach und anderen (wie mir zB), so schwer, man selbst zu sein? Und warum kann ich nicht wie andere, normale Menschen, einfach mit dem zufrieden sein, was man … eben hat?
Dabei hatte ich zu Beginn dieses Jahres beschlossen, dass alles anders wird. Ich wollte, dass dieses Jahr MEIN Jahr wird. Und nun sehe ich es bereits genauso weiter verlaufen, wie 2015 geendet hatte. Es ist so frustrierend und beängstigend zugleich, denn dieses „Ich lass mich trieben“, wie ich es die letzten Jahre gemacht habe, macht mir Angst. Ich will einfach nur endlich MEINEN WEG finden, MEINEN STIL und MEIN ICH. Ich will endlich MICH finden. Und ich will sagen können, DAS BIN ICH. ICH und NIEMAND sonst. Ich will für MICH etwas Besonderes sein, nicht für jemand anderes. Und irgendwie fehlt mir dieses Gefühl, egal was ich tue und versuche. Zwar bleibt mir nichts über, als weiterhin einen Weg zu suchen, auf den ich meinen Namen schreiben kann, aber das wird noch lange dauern. Ich berichte mehr darüber, wenn ich meinen Weg gefunden habe.

Aber wenn ich mir eines von Herzen wünsche, dann ist es, dass die Menschen, die jetzt in meinem Leben sind, diesen Weg mit mir gehen werden. Denn ich habe 2015 Menschen kennengelernt, die ich auch in 2016 und all den anderen Jahren nicht missen will. Und ich hoffe wirklich tief in mir, dass diese Menschen auch meinen eventuell neu gefundenen Lebensweg weiter mit mir gehen.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Plotsetting und co~

Long time no see, what? But here I am and I’ve got some interesting news for you guys!

Während ich so durch Tumblr sufte, fand ich einen interessanten Eintrag eines Autoren-Blogs, den ich eigentlich ganz passend fand und auf den ich mich hier auch gern beziehen möchte. Ich verlinke euch den Eintrag natürlich unter diesem Beitrag, immerhin plagiieren wir hier nicht!

Und da es sich hier bei meinem Blog ja auch um einen Autorenblog handelt, gibt es hier von mir die für euch teilweise übersetzten und mit meinen eigenen Ideen dazu gespeisten Tips, wie man Plot Pitfalls vermeiden kann.
Auf geht’s!

1.: Wir alle kennen es. Wir lesen über unsere fertige Kurzgeschichte oder gar über das fertige Manuskript eines ganzen Romans und müssen feststellen, dass sich einige Passagen anhören, als hätten wir sie uns „geliehen“. Aus einem Film, einem Roman, einem Hörbuch – irgendetwas, das wir einst gehört oder gesehen haben, setzen wir um und merken erst im zweiten oder dritten Lesen, dass das einem mächtig bekannt vorkommt.
Der Tipp hierzu ist: Druckt euch das Manuskript aus! Nehmt einen Textmarker und markiert jede Passage in eurem Text, der in irgendeiner Form mit einem anderen Buch o.a. Ähnlichkeit hat (vgl. http://howtowritemyownbook.tumblr.com/post/133277585835/11-plot-pitfalls-and-how-to-rescue-your-story) Das ist vor allem deswegen wichtig, weil man dann nicht so schnell des Ideendiebstahl bezichtig werden kann. Mir selbst ist es oft aufgefallen, wenn ich Fantasy-Romane schreibe.
J.J.R. Tolkien (Herr der Ringe/Der Hobbit) ist für mich der Gott des Fantasy, dicht gefolgt von G.R. Martin (Game of Thrones) und auch J.K. Rowling (Harry Potter) gehört für mich dazu. Aber ich in meinen Geschichten auch nur die kleinste Passage finde, die ich ähnlich in einem der Bücher gelesen habe, streiche ich sie ohne zu zögern. Immerhin will ich meine eigene Geschichte, meinen eigenen Roman mit einer eigenen Welt und eigenen Personen. Wenn ich etwas übernehmen wollen würde, würde ich eine Fanfiktion schreiben. Deswegen ist es wichtig, diese Passagen zu kennzeichnen und letztlich dafür zu sorgen, dass man vielleicht durch Notizen am Rand oder einer Kladde andere Ideen festhält, die man verwenden kann oder auch nur eine Bemerkung macht, dass man hier definitiv noch einmal dran arbeiten muss.
Nur so etwas verlangt auch viel Geduld und Disziplin. Die Überarbeitung eines Manuskripts ist stets der eigentlich aufwändigste Teil des ganzen Prozesses. Denn gerade in dieser Nacharbeitung verpasst man dem Stück den Feinschliff, der fehlt um es von einem Stück Kohle zu einem Diamanten werden zu lassen.

2.: Wenn der Leser bereits weiß, was passiert (vgl.), habt ihr ebenso ein Problem. Denn dann legt er/sie das Buch aus der Hand und hat keine Lust, es weiter zu lesen. Dasselbe kennt man doch vom Film, nicht wahr? Wenn man bereits am Anfang weiß, worauf die Story hinausläuft, schaltet man den Film aus oder sucht einen anderen im Programm.
Ihr kennt das vielleicht von einigen Büchern oder auch Filmen. Es ist langweilig, wenn man weiß was passiert oder das Buch voll von langweiligen Mary Sues und Garry Stues ist. Wo bleibt da die Spannung, wo ist der Plot Twist? Oder wann kommt das Plot Bunny?
Tipp: Vermeidet Plotideen, die abgegriffen sind. Das heißt, versucht einen Bogen um Ideen zu machen, die es zuhauf auf dem Markt gibt (vgl. http://howtowritemyownbook.tumblr.com/post/133277585835/11-plot-pitfalls-and-how-to-rescue-your-story)
Mein Tipp: Selbst wenn ihr einen abgegriffen Plot als Grundlage gewählt habt, kann man da noch immer etwas daraus machen. Ihr müsst nur die Schwachstellen finden! Und wenn ihr sie nicht findet, dann fragt einen Kumpel, ob er mal ein Auge auf euer Manuskript wirft und euch die Schwachstellen aufzeigt (Kritik von anderen IST wichtig, denn eure Augen allein sehen nicht alles, glaubt mir). Und auf der Grundlage könnt ihr dann wunderbar an einer Lösung pfeilen.

3.: Der Plot ist zu komplex (vgl. http://howtowritemyownbook.tumblr.com/post/133277585835/11-plot-pitfalls-and-how-to-rescue-your-story)
Ihr schreibt ein Buch, in dem noch tausende von Nebenhandlungen eingebaut sind, damit man den Hauptplot versteht? Sie hat etwas erlebt, das nun dazu führt, dass sie das tut und das tut sie nur, weil sie das früher getan hat und sie denkt, dass das richtig ist, weil da dieser eine Kerl ist, der das vor drei Jahren in dieser einen Situation gesagt hat? Äh, what?
Und das alles ist wichtig zu wissen, nur damit man ihre eigentliche Handlung im Buch versteht?
Solche vielschichtigen Handlungen, die nur durch beispielsweise fünf Nebenhandlungen verstanden werden können, sind zu viel. Dabei verklemmt jede Hirnwindung und man hat keine Lust mehr, weiter zu lesen. Natürlich sind einige Nebenhandlungen oder Wege in die Vergangenheit nötig, wenn man einen vielleicht innerlich kaputten Charakter hat, der eiskalt zu anderen ist. Natürlich kann man dann einen Abstecher in die Vergangenheit machen und erklären, warum er so ist, wie er ist. Aber nicht nur in einem Kapitel. Stückchenweise reicht es auch aus. Vielleicht erklärt ihr in einem Kapitel, warum er andere nicht an sich heranlässt damit, dass er im Krieg viele Freunde und Kameraden verloren hat und es nicht erträgt, weitere Menschen verlieren zu müssen. Und vielleicht erklärt ihr dann in einem anderen Kapitel, dass er sich genau deswegen auch so kalt verhält, damit niemand es wagt, an ihn heranzukommen.
Man kann ohne sehr verdichtete Komplexität dafür sorgen, dass ein Plot nicht zu oberflächlich aber gleichzeitig nicht zu hohl ist. Versteht ihr, was ich damit meine?
Es braucht vielleicht ein bisschen Planung, einen Zeitverlauf und oft auch einen genauen Überblick, um so etwas zu schreiben, aber hier ist PLANUNG ein Punkt, um den man nicht herumkommt, wenn man einen recht komplexen Charakter nicht ZU undurchsichtig und verwirrend werden lassen will. Denn dadurch kann auch oft die ganze Handlung überkomplex und undurchsichtig werden.

4.: Logik.
Logik ist ein großer Faktor in jeder Geschichte. Warum sollte ich etwas lesen wollen, das absolut unlogisch ist? Das ganze Plotsetting ist verworren, ergibt keinen Sinn und ist auf losem Fundament gebaut, das bei jeder weiteren Seite des Buches weiter zu bröckeln scheint.
Auch hier ist es wichtig, dass ihr diese Schwachstellen findet. Gegebenen Falls mit der Hilfe eines Freundes oder des Bruders/der Schwester, was auch immer. Aber Hauptsache ist, dass ihr diese Problemstellen findet und sie behebt. Es wäre nicht schön, wenn man diese Schwachstellen unentdeckt lässt und dann feststellen muss, dass sie die ganze Story kaputt machen und niemand sie deswegen lesen möchte.
Daher ist es wichtig, dass ihr euch vielleicht einen Verlaufplan macht. Ich hab auch nicht viel von langen Plänen und generell Storyplanning gehalten, aber es ist wirklich wichtig. Wenn man nicht immer wieder nachgucken will, was man ca. 100 Seiten vorher geschrieben hat, dann lohnt es sich wirklich, einen Plan anzulegen (abgesehen davon ist es auch eine gute Möglichkeit, um den Kopf von Ideen leer zubekommen und weiter denken zu können, anstatt ewig auf derselben Stelle zu treten, bis man mal was geschrieben bekommt).

Dies sind natürlich weniger Punkte als in dem original Tumblr-Post, aber das hier sind die für MICH WICHTIGSTEN Punkte auf der Liste.


Greez~

Samstag, 5. September 2015

Die Kunst zu schreiben

 Hey my little cupcakes!

Ich bin schon länger am überlegen, ob ich das hier machen soll oder nicht, weil ich mir sicher bin, dass es ein mega langer Post werden wird. Zudem bin ich auch am überlegen, ob ich mir einen extra Youtube-Kanal zulege und mal ein paar Videos dazu abdrehe, weil ich bisher immer nur Textposts diesbezüglich gesehen habe, wenn ich überhaupt was gefunden habe. 
Also wenn ihr bock auf 'nen Vlog/Blog-What-ever-Kanal auf Youtube habt, einfach mal 'nen Kommi dalassen, weil ich irgendwie meine Reichweite erweitern mag. 

Also - zum Wesentlichen des Posts heute: Die Kunst zu schreiben. Jo, das is auch Titel des ganzen Dings-Das und ja. Ich möchte hierbei einfach darüber reden, was einen guten Autor für mich ausmacht und wie man sich verbessern kann. Die Idee zu so einem Post hier kam mir während einiger Gespräche mit anderen FF-Autoren und auch im Gespräch mit freien Autoren wie ich es eben einer bin. Jemand, der seine eigenen Sachen schreibt. 

So: Halten wir fest, dass es Fakt ist, dass man auch ohne Talent etwas schaffen kann. Vielleicht haben die, die das sogenannte "Talent in die Wiege gelegt bekommen haben", einen etwas einfacheren Weg vor sich als die, die kämpfen müssen.
Nehmen wir nur mal die Leute, die eine Lese-Rechtschreib-Schwäche haben. 
Das heißt nicht gleich, dass sie beschissene Autoren sind. Diese Menschen haben einfach nur eine kleine Blockade im Kopf, was die richtige Orthographie und Interpunktion (etc) angeht. Ich hatte von so jemanden vor einigen Jahren bereits eine Story auf dem Tisch, die ich Korrektur las. Die Idee war der Hammer! Das muss ich echt gestehen. Die Umsetzung war, weil es eben ein Schreibanfänger war, noch etwas schwammig und unscharf, aber das tat nichts zur Sache. Mit ein wenig Übung kann man auch schwammige Umschreibungen etc. in den Griff bekommen. Das einzig Schlimme war eben die Rechtschreibung und die Zeichensetzung, das Einhalten des Tempus etc. Nur dafür können die Menschen leider nichts, man kann ihnen nur versuchen zu helfen.
Und genau da sind wir am Punkt angekommen: Nur weil ihr die Rechtschreibung nicht beherrscht, heißt es nicht, dass eure Idee oder die Story vollkommener Bullshit ist. Für so etwas gibt es Menschen wie mich. Die studieren, die Orthographie und Interpunktion, Syntax und all diesen Trallafiti beherrschen und dementsprechend Hilfe leisten. Mal für umsonst, mal für ein bisschen oder eben als richtiger Lektor/Korrektor für einen Normseitenpreis von sagen wir: 1,50€ pro Seite. Geht alles. Also kann man davon ausgehen, dass auch jemand mit wenig Rechtschreib-Skills ein Buch schreiben und auch veröffentlichen kann. 

Punkt zwei: 
"Dein Buch ist scheiße!" - Ne! NE! 
Ich für meinen Teil finde, dass so etwas wie 50 Shades of Grey eben kein gutes Buch ist, aber das liegt an meiner Auffassung von Literatur und einem guten Buch. Das hat nichts damit zutun, ob andere es gern lesen. 
Lasst euch nicht davon beeindrucken, wenn eine einzige Person (die am besten gerade mit Hängen und Würden eine Deutschanalyse o.Ä. anfertigt) meint, euer Buch sei Bullshit. Lasst euch nicht entmutigen! Es ist euer Werk oder wie ich immer sage: Es ist mein Baby! Und dabei bleibt es. Ihr könnt schreiben, worüber ihr wollt, solange es euch glücklich macht. Hinterher könnt ihr es immer noch editieren, neu schreiben, neue Passagen einfügen etc.pp. Aber lasst euch niemals wegen ein paar Worte einschüchtern! So lange es euch gefällt und ihr hinter der Idee steht, hinter euren Charakteren und dem Verlauf, dann rockt das Ding!

Punkt drei: 
"Dein Stil ist Mist. Viel zu neutral. Viel zu kindlich!"
Jo, kann alles sein. Anfangs hat man es noch nicht so raus, wie man sich die Konnektoren, die Interpunktion und alle Elemente des Textes zu Nutzen macht, um einen tollen, flüssigen Text zuschreiben, in dem nicht nur Sätze aneinander gereiht sind, sondern in denen jeder Satz auf dem anderen aufbaut. Dass man diese flüssigen, tollen Übergänge wie ein Profi schreiben kann, dauert und braucht viel Übung. 
Ich habe vor 8 Jahren anfangen zu schreiben und das war damals nur ein Schatten dessen, was ich nun zu Papier bringe. Ohne überheblich klingen zu wollen. Aber es ist einfach so, dass es Zeit braucht, bist man seinen eigenen Stil gefunden hat. Viele kopieren oder versuchen anfangs den Stil von tollen Autoren zu kopieren. Ich habe damals vieles auf Fanfiktion.de gelesen, das verkrampft den Stil von J.K Rowling (Harry Potter) oder J.R.Ward (Black Dagger) übernommen haben. Andere versuchten wie Tolkien (Herr der Ringe) zu schreiben und scheiterten kläglich, weil der Stil nicht mit dem eigenen übereinstimmte. Man kann nicht kopieren. Es geht einfach nicht. Jeder hat seinen eigenen Stil und es dauert bis man ihn gefunden hat. Bei einigen dauert es länger, bei anderen vielleicht nur ein Jahr. 
Hinzukommt, dass man viel üben muss. Wie bei allen anderen Punkten des Lebens muss man üben. Nur weil man eine beschissene Kurzgeschichte geschrieben hat und vielleicht nicht so tolle Resonanz erhielt, muss man nicht gleich sagen: Jo, mein Stil is' scheiße, ich schreibe nie wieder etwas!
Wenn ich so auf meine Anfänge zurückblicke, bekomme ich das kalte Kotzen, das kann ich euch sagen. Allein weil sich vieles verändert hat, was meinen Stil, meine Formulierungen und auch das ganze Layout und den Storyaufbau angeht. Damals war es so 'Subjekt - Prädikat - Objekt - Punkt' und dann kam ein Absatz. Wieder ein einfacher Satz und ein Absatz. Komplexe Sätze habe ich zu meiner Anfangszeit nie geschrieben. Vielleicht mal ein simples Gebilde aus Hauptsatz-Nebensatz, aber ich habe Bögen (!!) um verschachtelte Sätze gemacht. Jetzt bestehen 1/4 meiner Texte aus komplexen Konstruktionen und ich bin froh, dass es so gekommen ist. Aber solche Formulierungen aufs Papier zu bekommen, ohne dass es gestelzt und künstlich wirkt, ist eben eine Sache, die man stets üben muss. 

Punkt vier: 
Ausdruck. 
Einige schreiben locker lässig dahin und es ist cool. Andere lieben es gestelzt, extravagant und verschnörkelt. Und es ist alles ok. 
Nur bitte! Bitte vermeidet so viele Wortwiederholungen. Er sagte, er sagte, er sagte ... er sagte. Ja super! 
Es gibt auch noch: 
meinen, 
glauben, 
wissen, 
flüstern, 
wispern, 
rufen, 
schreien, 
weinen, 
heulen, 
lügen, 
sprechen, 
keifen,
grölen [...]
Die Liste ist beliebig erweiterbar. Aber schreibt nicht immer er/sie/ich/du sagst. 
Eine tolle Seite die ich benutze, wenn ich nicht gerade auf ein Synonym für ein Wort komme, aber merke, dass ich zu viele Wortwiederholungen benutze ist ein.anderes-wort. Man gibt ein Wort ein und bekommt viele/manchmal auch keine Vorschläge und es ist herrlich, auch mal andere Begriffe zu verwenden als ein und denselben. 
Ihr könnt auch Schimpfwörter verwenden. Nur weil man es im RL nicht immer macht, heißt nicht, dass eure Charaktere es nicht dürfen. Sowas wie 'scheißegal' oder 'beschissene xy' können auch ruhig im Text außerhalb der gesprochenen Sprache/der Gedankenwelt oder der Ich-Perspektive auftauchen. Natürlich nur, wenn ihr nicht gerade einen High-Fantasy-Roman schreibt, dann passt es vielleicht nicht ganz so gut. 
Aber im Grunde ist es egal, solange ihr dem Ton eurer Story treubleibt.

Punkt 5: 
Dynamik. 
Wie oft habe ich Fanfiktions und auch freie Arbeiten gelesen und gedacht: Hm, gleich schlag ich den Kopf auf den Tisch. 
Dynamik ist nicht nur ein toller Schreibstil. Es ist auch die Gesprächssituation.
Wenn ihr platte, langweilige Dialoge habt, die wirken als würde niemals irgendwer so sprechen und es fällt am besten noch jemanden auf und sagt es euch, dann ist da irgendwas im Busche. 
Gut, ich sagte: Bleibt eurem Stil treu! 
Aber das heißt nicht, dass ihr keine Verbesserungsvorschläge annehmen sollt. Wenn euch jemand sagt/ oder am besten mehrere Leser euch sagen, dass eure Dialoge zu abgehoben, zu weltfremd oder zu flach etc. sind, solltet ihr mal drauf achten und mit anderen Augen über eure Texte lesen. Es fällt einem vielleicht manchmal nicht sofort auf, aber manchmal sieht man es auch ein. Wie bereits in Punkt vier erwähnt, sind abwechslungsreiche Verben wichtig. Aber Adjektive (Wie-Wörter) sind auch wichtig. 
Wenn Person xy etwas sagt, dann kann das laut passieren, leise passieren, flüsternd, heiser - all so etwas. Manchmal ist ein Adjektiv der Retter der Situation. Ein kleines, einfaches Wort, das sofort alles verändern kann. Denn es ist ein Unterschied ob man etwas gehässig sagt (dann bekommt es eine negative Färbung) oder ob man es lachend sagt. Die Sache hier ist einfach, dass man der vorgestellten Gesprächssituation einfach eine ... na ja, nennen wir es Farbe gibt. Der Leser soll doch wissen, wie sich die Person fühlt und was sie denkt, welche Emotionen sie hat und so etwas wird oft über die Gesprächssituation etc. überliefert und wenn dann da nur steht (am besten immer wieder) er sagt, dann würde ich als Leser auch denken: Jo! Ne gefühlsneutrale Person. Ok. 
Aber es ist ja nicht nur das: Adjektive sind eure Freunde! Benutzt sie. Ich merke immer wieder wie sehr mir die Adjektive in einigen Storys fehlen, die ich lese. 
Ihr müsst euch in die Charaktere einfühlen.

Punkt fünf: 
Und hier sind wir bei den Charakteren!
Nehmen wir an, man hat eine Mary. Mary kann alles. Intelligent, hübsch, freundlich - sie ist PERFEKT. Sie kann alles. Die tut alles. Sie hat nie schlechte Laune. Immer perfekt gestyled, perfekt gekleidet, nie ein Fleck am Kleid etc... 
Oder Stue. Stue hat viele Freunde. Stue macht nie Fehler, er ist nie sauer...
Merkt ihr, was ich meine?
Mary und Stue sind diese "Hasspersonen", diese Personen, die niemand abkann, weil sie fucking perfect sind. Solche Menschen gibt es nicht. 
Ich könnte mich Stunden lang darüber aufregen, dass es diese Menschen in Büchern echt gibt. Die, die keine Fehler, keine Angst haben, keine Makel - kein Nichts. Dabei ist es gerade das, was man will. Verletzlichkeit, Fehlverhalten, Fehler, Fettnäpfe. All das macht einen Menschen menschlich. 
Fühlt euch in die Personen ein, die ihr beschreibt. Gebt ihnen Zweifel. Gebt ihnen Liebe (verzweifelt, unerwidert, gebrochen - scheißegal!). Gebt ihnen Freunde - Falsche sowie Richtige. Macht sie arm, macht sie reich, macht sie nach mehr strebend oder genügsam. Aber macht sie nie perfekt!
Ich zb. nutze viele Dinge, die ich so im RL erlebe. Das habe ich ja schon einmal erwähnt, in einem etwas älteren Post. Die Umwelt gibt euch so viel. 
Setzt euch mal in den Park oder an einen Spielplatz (vorsicht, hier nicht so pedophil wirken, die Mütter gucken manchmal komisch xD) oder einfach nur an einen anderen Ort, wo viele Menschen sind. Schaut euch die Personen um euch herum an und speichert so Kleinigkeiten ab. Komisches Lachen, Grübchen bei einer Person, vielleicht Narben, vielleicht schielt jemand oder hat einen merkwürdigen Gang, vielleicht gestikulieren sie viel, vielleicht reden sie viel, andere hingegen schweigen lieber, einige suchen vielleicht die Nähe zu anderen, andere sind vielleicht lieber allein. Vielleicht fällt euch eine besonders selbstbewusste, molligere Person auf, oder jemand der skinny aber nicht krank wirkt. 
Solche Kleinigkeiten schon mal zum Aussehen oder zum Verhalten speichern. 
Charaktere kann man immer entwickeln. Mal hat man das Badass, das jeder liebt und dass gar nicht so hart ist. 
Oder das absolute Weichei (vielleicht in einer Kriegsgeschichte - der Kerl, der sich in die Hose scheißt, aber dann seine ganze Einheit rettet?). Das Mädchen mit den langen Zöpfen und den graue Maus Image, das auf Partys am Wochenende im Gothclub abgeht, als gäbe es kein Morgen. Der Sterber, der zu Hause sitzt und Heavymetal hört. Der Mathenoob, den niemand ernstnimmt, aber der eigentlich 'nen ganz cooler Typ ist. 
Einfach mal mit so etwas spielen. Selbst Klischees gehen. Der typische klischee Schwule mit hoher Stimme und seinem Tüdeldü-Verhalten, der aber eigentlich ein ganz cooler Typ ist und im Altenheim den Omas das beste Leben mit vielen Witzen und einem Dauergrinsen auf dem Gesicht beschert?
oder der Muskelprotz mit Tattoos und einem Dobermann zu Hause, der im Kindergarten als Erzieher arbeitet? 
Ich stehe auf so etwas. Es ist so absolut mein liebstes Hobby, mit solchen Dingen zu experimentieren und die Leute zu überraschen. 
Der Perfektboy von Nebenan, von dem alle denken, er führt das perfekte Leben mit perfekten Eltern und viel Geld, eigenem Haus und all diesen Sachen. Aber was niemand weiß: Seine Mutter ist bereits mit fünfundvierzig dement, sein Vater im Einsatz im Irak gestorben, sein Bruder leicht behindert und sein Onkel ist die einzige Person, die ihm hilf. 
Einfach mal ... probieren. Natürlich sind zu viele Fehler und zu viel Perfektion auch nicht geil, aber nur die Übung und das Experimentieren bringen den Erfolg und das Händchen dafür, komplexe Personen zu erschaffen. 

Punkt sechs: 
Vorplanen vs. losschreiben.
Ich bin so der Typ, der nie plant, weil ich dann nie Bock aufs Weiterschreiben habe. Andere hingegen brauchen diesen langen Vorlauf, müssen wissen, was passiert, um sich an der Story lang zu hangeln. 
Das muss jeder für sich entscheiden. Ausprobieren und gucken, was man am liebsten machen mag oder was einem besser liegt. 

Punkt sieben:
Kritik annehmen. 
Ja, ich weiß, manchmal ist es hart, aber manchmal hilf es auch. So werden Schwachstellen deutlich, an denen man arbeiten kann. 
Ist es eher die Rechtschreibung?
Oder doch eher der Plot der Lücken hat?
Vielleicht doch eher die ganze Logik an sich?
Nur Probeleser (Mutter, Vater, Geschwister, Freunde etc.) können einem dabei helfen, niemand sonst. Man selbst sieht es nie so kritisch, aber man braucht Kritik. Auch wenn es wehtut, hart ist und man alles hinwerfen will - ich kenn das, aber durch den Sumpf muss man durch, wenn man was erreichen will. Wie immer im Leben.


Worauf ich mit diesem ganzen Post hinauswollte ist Folgendes:
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. 
Jeder musste arbeiten und trainieren, üben und leiden, bis man dahin kam, wo man hin wollte. 
Nur weil ihr eine Geschichte geschrieben habt, heißt es nicht, dass ihr schreiben könnt. 
Man sieht selbst welche Fortschritte bzw. Veränderungen der eigene Stil durchmacht, wenn man viel schreibt. 
Wie gesagt kann ich meine Veränderungen beinahe jährlich abstecken, weil ich jeden Tag schreibe. Jede freie Minute - immer. Es gibt immer etwas, das ich schreiben kann. 
Und ich weiß auch, dass ich im Bereich des akademischen Schreibens noch viel tun muss, weil ich aus dem saloppen Trott meiner Romane nur schwer herauskomme und mich auf die akademische Ausdrucksweise einlassen muss. Es ist schwierig und bedarf viel Übung. 
So ist das mit allen Bereichen des Schriftstellerdaseins. Nichts ist einfach so da. Man muss alles erarbeiten und sich vieles beibringen bzw. beibringen lassen. 
Talent ist eine Sache, aber Üben ist eine andere. 
Wenn jemand sagt: Das ist scheiße. Oder mehrere sagen das, dann setzt man sich hin, sucht die Fehler und schreibt ggf. das ganze Ding um, bis jemand kommt: Wow! Das ist klasse!
Es muss nur eine einzige Person sagen, dass es toll ist und schon weiß man, dass man es wenigstens für eine Person richtig gemacht hat. Aber ohne Kritiker, Hater und Fans kommt man nicht weiter. und vor allem nicht ohne ÜBUNG!!!
Wie viele haben aufgegeben und gesagt, sie können es nicht, weil sie ihren Stil selbst doof fanden? Viele. Zu viele. Aber villt. könnten diese jetzt bereits Bestsellerautoren sein?
Die Kunst zu schreiben ist nicht, einfach hinzugehen und zu sagen: JO! Ich hab hier was geschrieben!
Es ist, sich auch mal verzweifelt hinzusetzen und zu denken, dass alles Scheiße ist, aber im nächsten Moment wieder dazusitzen (am Rechner, Schreibmaschine, mit dem Füller) und weiterzuschreiben!
Niemals aufzugeben und sich stets weiterentwickeln zu wollen, das ist die wahre Kunst dahinter. 

So, damit einen schönen Samstag und lasst ruhig Kommentare bezüglich des Youtube-Kanals da :) Hätte schon Lust so einen Kanal rund ums Schreiben und so zu machen (mit ein paar Tips und Tricks fürs dunkle Gothleben und Musik - Randomstuff eben). 
Würde mich freuen und hoffe, dass es euch gefallen hat ^^

Love, 
Alli!

Freitag, 4. September 2015

Are you ok? Are you still there? - FUCK YEAH! I'm still here!

Hey my little Cupcakes! I know, it's been a while since my last update, but here it comes! 

Ich bin einfach mal faul und füge für diesen Teil meines Blogpostes einfach was von meiner Facebook-Site ein, weil ich das nicht wieder alles runterschreiben mag und ich mit dem Post eigentlich ganz zufrieden war. Und zwar war der Anlass für besagten Post auf FB die vielen Fragen in den Mails nach meinem Verbleib. 

Leute! Ich bin nicht weg und hier noch mal kurz die Gründe bzw. die Bestätigung, dass ich noch lebe!

"Momentan erreichen mich vermehrt Mails, in denen ich die Frage erhalte, was los ist. Warum kommen keine neuen Fanfiktions-Kapitel? Gehts mir gut? Ist alles ok bei mir? Oder warum melde ich mich nicht mit neuen Kapiteln zurück?
Auf die erste Frage antworte ich hier Folgendes: Ich schreibe momentan an eigenen Geschichten, die ich nicht online stellen werde.
Frage 2 &3: Ja, mir geht es gut. Ist alles - noch immer - ein bisschen chaotisch, aber es ist soweit alles in Ordnung.
Ich finde es unglaublich süß von euch, dass ihr euch Sorgen/Gedanken um meinen Verbleib macht und es schmeichelt mir unglaublich, auch wenn es mir gleichzeitig leid tut, dass die FFs unter meinem Privatleben und meinen Zielen meiner Autorenlaufbahn wegen leiden müssen.
Aber ich verspreche es euch noch einmal: Ich werde die FFs bald weiter schreiben!
"

Es ist nur einfach so, dass ich momentan auch einfach keine Lust habe, Charaktere von anderen Autoren/Mangaka etc zu benutzen, wenn ich selbst so viele Ideen für meine eigenen Sachen habe. Und ich muss diesem Ideentumult in meinem Kopf glatt bekommen, weil ich wie gesagt Hausarbeiten schreiben muss. Und meine Ideen für die eigenen Storys sind mir dann wichtiger als die, die ich für ne FF habe. Bzw. benutze ich die Idee dann lieber für eine eigene Storys als für eine FF, die ich nie bei Kindle online stellen oder einem Verlag präsentieren kann. Ich hoffe, ihr versteht das alles :) 
Aber keine Sorge! Wie gesagt, ich bin nicht weg! Es geht weiter und ich halte euch auf dem Laufenden!

So keep readin', cause it's healthy af! 

Love, 
Alli!